Montag, 2. April 2007

Vor 25 Jahren begann der Falkland-Krieg: Britischer Sieg als Triumph der Iron Lady

  • Kritik an Versenkung eines argentinischen Schiffes
  • Konflikt um Atlantik-Inseln forderte rund 1.000 Tote

Vor genau 25 Jahren begann der Falkland-Krieg zwischen Großbritannien und Argentinien. Beide beanspruchten die südatlantische Inselgruppe für sich, doch konnte letztendlich das Vereinigte Königreich den Sieg erringen. Dieser Konflikt sollte sich trotz kritischer Stimmen "als wahrer Triumph für Thatcher" herausstellen, die sich nicht zuletzt dadurch eine Wiederwahl im darauffolgenden Jahr sichern konnte.

"Das Imperium schlägt zurück!" Dieser Filmtitel lieferte der britischen Boulevardpresse die Schlagzeile zu Beginn des Falkland-Krieges vor 25 Jahren. Am 2. April 1982 besetzte Argentinien die zu Großbritannien gehörende Inselgruppe im Südatlantik, binnen 72 Tagen eroberten die Briten sie zurück. Der Sieg galt angesichts der großen Entfernung als logistische Meisterleistung der Briten und wurde zum Triumph für die damalige Premierministerin Margaret Thatcher. Kritiker beklagten jedoch den Verlust von fast 1.000 Menschenleben.

Argentinien besetzte Inseln
1766 nahm Großbritannien West-Falkland unter kolonialen Besitz und vertrieb die Argentinier 1833 gänzlich von den Inseln.
Im Dezember 1981 putschte sich der argentinische General Leopoldo Galtieri an die Macht und versprach seinen Landsleuten umgehend die Rückeroberung der Malvinas (wie die Inseln von argentinischer Seite genannt werden).

In der Nacht vom 1. auf den 2. April 1982 landeten die ersten argentinischen Truppen auf den Falkland-Inseln. Der britische Gouverneur Rex Hunt sah sich zur Kapitulation genötigt. Kurz darauf waren bereits 10.000 argentinische Soldaten auf der Inselgruppe.

Krieg fordert 1000 Tote
Nachdem die diplomatischen Beziehungen zu Buenos Aires umgehend abgebrochen wurden, mussten zunächst mehrere ranghohe Regierungsvertreter (darunter auch Außenminister Lord Carrington), ihren Hut nehmen, weil sie die argentinischen Invasionspläne unterschätzt und keine Gegenmaßnahmen veranlasst hatten. Die Schlacht um die Falklands dauerte bis zum 14. Juni, als die letzte argentinische Garnison in Stanley kapitulierte und Kommandant Mario Menendez einem bedingungslosen Waffenstillstand zustimmte. "Freuen Sie sich!" rief Thatcher den Journalisten zu, nachdem die Siegesnachricht in London eingetroffen war. Doch nicht alle Briten jubelten mit der "Eisernen Lady". Immerhin waren dem Krieg rund 250 Briten und 700 Argentinier zum Opfer gefallen.

Umstrittene Versenkung der "General Belgrano"
Besonders umstritten ist bis heute die Versenkung der "General Belgrano", bei der am 2. Mai 1982 insgesamt 323 argentinische Seeleute ums Leben kamen. Das Schiff befand sich außerhalb der 200-Meilen-Zone, die Großbritannien nach der argentinischen Invasion zu seinem Einzugsgebiet um die Falklands erklärt hatte. Gleichwohl wurde es von einem britischen Torpedo angegriffen. Angehörige der Opfer gingen bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, um eine Entschädigung einzuklagen - allerdings ohne Erfolg.

Triumph für Thatcher
Trotz mancher kritischer Stimmen erwies sich der Falkland-Krieg als wahrer Triumph für Thatcher. Vorher galt ihre 1979 ins Amt gekommene Regierung als angeschlagen, es wurde sogar über eine Palastrevolte gegen die Parteichefin der Konservativen spekuliert. Nach dem Sieg über Argentinien gelang ihr im folgenden Jahr die Wiederwahl mit einer deutlich größeren Parlamentsmehrheit. In Argentinien wiederum führte die Niederlage zum Sturz der Militärs um Galtieri und schließlich zu Wahlen, bei denen 1983 wieder eine Zivilregierung ins Amt kam.

(APA/red)

2.4.2007 14:39