2. Todestag von Johannes Paul II.: Messe in Rom gedenkt des verstorbenen Papstes
- Auch Polens Staatschef Kaczynski wird erwartet
- Verstorbener Papst soll selig gesprochen werden
Am zweiten Todestag von Papst Johannes Paul II. sind die Dokumente zu seiner Seligsprechung dem Vatikan überreicht worden. Eine Kommission unter Leitung von Monsignore Slawomir Oder legte dem Vatikan eine umfassende Akte mit Gutachten von Ärzten, Psychiatern und Graphologen vor. In den Papieren geht es um die Heilungsgeschichte einer französischen Nonne, die durch das Gebet zu Johannes Paul II. von der Parkinson-Krankheit geheilt worden sein soll.
Zu der Feier in der römischen Lateranbasilika, bei der die Dokumente überreicht wurden, waren tausende Gläubige aus aller Welt gekommen. Damit ist die so genannte diözesane Phase des Seligsprechungsprozesses von Johannes Paul II. zu Ende gegangen.
Prüfung soll schnell und gründlich sein
Normalerweise dauern in der katholischen Kirche die Untersuchungen zur Seligsprechung, der Vorstufe der Heiligsprechung, Jahrzehnte. Der Postulator des Seligsprechungsprozesses, Slawomir Oder, betonte aber, die jetzt gezeigte Schnelligkeit bedeute "keinen Mangel an Ernsthaftigkeit" in der Prüfung. Zwar habe der Vatikan bei Johannes Paul II. auf die sonst vorgeschriebene fünfjährige Wartezeit nach dem Tod einer Person vor der Prüfung zur Seligsprechung verzichtet, das sei aber auch die einzige Ausnahme gewesen.
Der Generalvikar hob den Kampf des verstorbenen Papstes für die Verteidigung des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, für die Familie und für die Befreiung totalitären Kommunismus hervor. Ruini gedachte auch der letzten Lebenstage von des polnischen Papstes. "Er hat an Körper und Geist gelitten, weil er immer häufiger auf die Aufgaben seiner Berufung verzichten musste", so Ruini. Der Papst erduldete "Krankheit und Leid mit großer Ausgeglichenheit und Geduld", berichtete Ruini.
Zu Beginn der Zeremonie umarmte der Generalvikar den Krakauer Erzbischof Kardinal Stanislaw Dziwisz, der langjähriger Privatsekretär von Johannes Paul II. war. "Für uns ist Johannes Paul II. schon jetzt ein Heiliger. Aber es muss alles entsprechend den Regeln der Kirche ablaufen, damit man sich nicht dem Vorwurf aussetzt, etwas Falsches getan zu haben", sagte der Pole.
An der Zeremonie in der Lateranbasilika beteiligten sich auch der polnische Präsident Lech Kaczynski sowie die französische Ordensfrau Marie-Simon-Pierre, die ihre Heilung von der Parkinson'schen Krankheit auf das Wirken von Johannes Paul II. zurückführt. Zwei Monate nach dem Tod von Johannes Paul II., der ebenfalls an Parkinson litt, seien ihre Symptome auf unerklärliche Weise verschwunden. Alle Mitschwestern von Marie-Simon-Pierre hätten für die Kranke zum verstorbenen Papst gebetet.
Nach der Zeremonie zum Abschluss der ersten Phase des Seligsprechungsverfahrens zelebriert Papst Benedikt XVI. eine Messe anlässlich des Todestags seines Vorgängers. An der Messe im Petersdom werden Tausende von Menschen erwartet.
Zwei Jahre nach dem Tod von Johannes Paul II. haben sich auf dem Petersplatz zirka 20.000 Gläubige, darunter zahlreiche Polen, versammelt. Auf den Bildschirmen verfolgten Pilger aus der ganzen Welt die von Benedikt XVI. im Petersdom zelebrierte Messe zu Ehren seines Vorgängers. An der Messe beteiligten sich der polnische Präsident Lech Kaczynski sowie die französische Ordensfrau Marie-Simon-Pierre, die ihre Heilung von der Parkinson'schen Krankheit auf das Wirken von Johannes Paul II. zurückführt.
(APA)
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