Mittwoch, 4. April 2007

Nach Tsunami läuft Hilfe nur langsam an: Unterdessen hat es weiteres Beben gegeben

  • Ganzes Ausmaß der Katastrophe immer noch unklar
  • Medienberichte: Zahl der Todesopfer auf 28 gestiegen
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Nach dem gewaltigen Tsunami im Südpazifik sind die Hilfslieferungen nur schleppend angelaufen. Zahlreiche Inseln der teilweise verwüsteten Salomonen waren noch immer von der Außenwelt abgeschnitten. Das gesamte Ausmaß der Naturkatastrophe war daher weiter nicht absehbar. Die Zahl der Toten nach der meterhohen Welle stieg nach Polizeiangaben auf rund dreißig an. Möglicherweise würden noch weitere Tote und Verletzte gemeldet, hieß es. Den Überlebenden mangelt es an Essen und Trinkwasser.



Nach den Erdbeben und der Flutwelle hat die Regierung jetzt die zwei am schwersten betroffenen Provinzen zu Katastrophengebieten erklärt.

Eine Sprecherin des Krisenstabs schätzte, dass die gewaltige Flutwelle mehr als 900 Hütten und Häuser zerstörte. Mindestens 5.000 Menschen seien obdachlos geworden, darunter nach Schätzungen des Roten Kreuzes etwa 2.000 der insgesamt 7.000 Einwohner der Stadt Gizo. Die Hilfsorganisation befürchtete, dass sich die Situation in den schwer zugänglichen kleineren Ortschaften noch dramatischer darstellt. Über die Zahl der Vermissten lagen noch keine Angaben vor.

Mehr als zwei Dutzend Nachbeben erschütterten die Region, darunter zwei der Stärke 6,2. Das Seebeben, das den Tsunami auslöste, hatte eine Stärke von 8,1. Sein Epizentrum lag etwa 40 Kilometer von Gizo entfernt. Die bis zu fünf Meter hohen Flutwellen machten ganze Siedlungen dem Erdboden gleich. Aus der Luft waren schwer beschädigte Straßen und Flugplätze zu sehen, Leichen trieben im Wasser.

Erste Polizeiboote mit Hilfsgütern treffen ein
Weder in Gizo noch in der Stadt Noro seien Lebensmittel verfügbar, sagte ein Regierungssprecher in Honiara. Erste Polizeiboote mit Hilfsgütern aus der Hauptstadt trafen in Gizo ein, drei Chartermaschinen wurden noch erwartet. Auch australische und neuseeländische Militärhubschrauber sollten zum Einsatz kommen.

Unter den Opfern des Tsunamis auf den Salomonen waren ein Bischof und drei Gläubige, die in einer Kirche ums Leben kamen. Ein 53-jähriger Neuseeländer, der zu Besuch in Gizo war, ertrank, als er seine Mutter aus den Fluten retten wollte. Die alte Frau galt als vermisst. Auf der Nachbarinsel Papua-Neuguinea kam nach Angaben des Fernsehsenders ABC eine fünfköpfige Familie ums Leben.

Weiteres Erdbeben auf den Salomonen
Nun hat ein weiteres Erdbeben die Region erschüttert. Von dem Erdbeben der Stärke 6,0 sei ein Gebiet knapp 140 Kilometer nordwestlich der Küstenstadt Gizo betroffen gewesen, teilte das US-Institut für Geologie mit. Über Schäden wurde zunächst nichts bekannt.

Die Erde bebte nach Angaben von Fachleuten noch in einer weiteren Region im Südpazifik: Am Mittwochmorgen habe ein Beben der Stärke 6,3 auf der Richterskala die Loyalty-Inseln erschüttert.

(apa/red)

4.4.2007 09:21