Neues zum Flugzeugabsturz in Kärnten: Tragflächen noch im Flug weggebrochen
- Identität der Opfer "mit ziemlicher Sicherheit" geklärt
- Flugunfallkommission hat bereits mit Arbeit begonnen
Der Absturz eines sechssitzigen Flugzeugs in Kärnten, bei dem zwei deutsche Staatsbürger ums Leben gekommen sind, gibt den Ermittlern einige Rätsel auf. So dürften Teile der Tragflächen bereits weggebrochen sein, als die Maschine noch in der Luft war. Anrainer berichteten außerdem von Motoraussetzern vor dem Aufprall. Nach Angaben der Polizei war das Flugzeug aber weder veraltet noch schlecht gewartet.
Der Leiter der Ermittlungen, Johann Reiter, erklärte auf Anfrage der APA, dass die Fundorte der Tragflächenteile mit großer Wahrscheinlichkeit darauf hindeuten würden, dass sie bereits vor dem Aufprall weggebrochen waren. Bis geklärt ist, was genau geschehen ist, dürfte es aber noch etwas dauern. Die Flugunfallkommission hat bereits mit ihrer Arbeit begonnen, mit Resultaten rechnet die Polizei aber erst in einigen Monaten. "Erfahrungsgemäß dauert das sehr lange", sagte Reiter.
Identität so gut wie geklärt
Die Identität der beiden Opfer ist "mit ziemlicher Sicherheit" geklärt, so Reiter. Letzte Gewissheit soll eine DNA-Analyse bringen, deren Ergebnisse für Mittwoch oder Donnerstag erwartet werden. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass es sich um jene beiden Personen handelt, die laut Flugbuch in Ingolstadt in die Maschine eingestiegen sind. Der Mann, ein gebürtiger Berliner, war demnach 66 Jahre alt und zuletzt in Ungarn wohnhaft. Die Frau war 51 und dürfte seine Lebensgefährtin gewesen sein, auch sie wohnte in Ungarn.
Geklärt werden muss auch noch die Diskrepanz zwischen der Abflugzeit: Die Piper PA 34 war laut Aufzeichnungen des Flughafens um 7.00 Uhr gestartet, als Zielflughafen war Klagenfurt angegeben worden. Mehr als fünf Stunden später stürzte das Flugzeug in den Ossiacher Tauern bei Feldkirchen ab, eine Flugzeit von mehr als fünf Stunden ist für diese Strecke aber nicht realistisch. Die Polizei geht davon aus, dass die eingetragene Abflugzeit nicht mit der tatsächlichen übereinstimmt. Man habe aber mit den deutschen Behörden vorerst noch keinen näheren Kontakt gehabt.
Das Ergebnis der Obduktion soll in den nächsten Tagen vorliegen. Die Leichenöffnung ist allerdings eher eine Formalangelegenheit, die Todesursache durch den Absturz unstrittig.
(apa/red)
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