Donnerstag, 29. März 2007

ÖBB kaufen weitere Siemens-Railjet-Züge:
Betrieb internationaler Züge wird angedacht

  • Alle Euro-City-Züge sollen durch neue ersetzt werdeno
  • In Summe kommen 67 Railjet-Fernzüge bis 2013

Die ÖBB kauft noch 44 weitere Railjet-Fernverkehrszüge im Wert von knapp einer halben Milliarde Euro. Das hat der Aufsichtsrat der ÖBB-Personenverkehr AG nun endgültig beschlossen, bestätigte Vorstand Stefan Wehinger am Donnerstag auf APA-Anfrage. Vorbehaltlich der Zustimmung durch den ÖBB-Holding-Aufsichtsrat am 13. April sollen die neuen Züge bis 2013 ausgeliefert werden. Die ÖBB wollen damit sämtliche bisherigen Euro-City-Züge durch neue Railjets ersetzen.

Vor einem Jahr hatten die ÖBB in einer ersten Tranche schon 23 Züge vom neuen Typ bestellt - Kaufpreis 243,5 Mio. Euro. Diese werden schon ab Ende 2008 schrittweise in den Linienverkehr kommen. In Summe werden nach der vollständigen Auslieferung 67 Railjets im ÖBB-Einsatz sein. "Wir schaffen damit rund 30.000 neue Sitzplätze", erklärte Wehinger. Die ÖBB, die derzeit mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren im Fernverkehrsfuhrpark kämpfen, hätten dann eine der modernsten Flotten in Europa.

Keine Angst vor dem Fremden
Die Bundesbahnen wollen damit auch internationale Strecken erobern. Nach der Liberalisierung schließt Wehinger nicht aus, dass die ÖBB internationale Bahnverbindungen zwischen großen europäischen Städten komplett selbst betreiben werden. "Vor dem darf man sich nicht fürchten", erklärte er.

Nur bis zur Grenze
Derzeit werden die Züge aus Österreich an der Grenze von den jeweiligen Staatsbahnen der Nachbarländer "übernommen". Eine neue EU-Richtlinie, die in Brüssel derzeit heftig diskutiert wird, sieht in der jetzigen Fassung eine Öffnung der internationalen Bahnstrecken ab 2010 vor. Wie die Airlines auf Flughäfen könnten auf großen Städtebahnhöfen dann verschiedene Zugbetreiber ihre Fahrkarten verkaufen.

Nichts verraten
"ÖBB-Schalter im Ausland, das ist durchaus vorstellbar. Es gibt da interessante Kooperationspartner wie Versicherungen, Banken oder Trafikanten", sagte Wehinger weiter. Welche Städte die ÖBB konkret ins Auge gefasst haben, wollte er nicht sagen: "Wir wären ja blöd, wenn wir unsere feindliche Zone schon heute benennen." (apa/red)

29.3.2007 14:24