Dienstag, 27. März 2007

Architekt Günther Domenig im MAK - Die Werkpräsentation rund um sein Steinhaus

  • Zum persönlichen Ausdruck des Kärntner Radikalisten
  • Domenigs grafische Arbeiten ebenfalls zu bestaunen

Das Wiener MAK zeigt ab Mittwoch, dem 28. März, jenes große Konvolut an Zeichnungen und Skizzen des Architekten Günther Domenig, das vor wenigen Monaten als Dauerleihgabe dem Museum zur Verfügung gestellt wurde.

Insgesamt 214 Blätter und Fotos zu 16 Projekten werden in einer rasch eingeschobenen Werkpräsentation für drei Wochen in der aus konservatorischen Gründen stark verdunkelten Ausstellungshalle gezeigt.Im Mittelpunkt steht das nach wie vor unvollendete "Steinhaus", in dem die Architektursprache und Denkweise des 72-jährigen Kärntners am unmittelbarsten ihren Ausdruck findet.

Ein Lebensgefühl aus Stein
"Das Steinhaus zeigt einen sehr persönlichen Zugang. Es ist auch ein Selbstausdruck, der sogar in Bereiche des Unbewussten geht", erläutert Co-Kuratorin Janina Strobl im Gespräch mit der APA, hier finden die Konturen und Formen der umgebenden Bergwelt ebenso ihren Ausdruck wie weiterverarbeitete Bewegungs- und Naturstudien, hier wird latent vorhandene Energie in Architektur umgesetzt. "Man merkt den erweiterten Begriff der Architektur bei Domenig, man sieht, dass Architektur auch ein Lebensgefühl ist", so Strobl.

Steinhaus-Modell bekommt Gesellschaft
Das 1977 begonnene Projekt am Ossiacher See, anfangs gegen heftigste Widerstände realisiert, heute zur beworbenen Architektur-Ikone geworden, wurde von Anfang an vom MAK mit Ausstellungen begleitet. Dies war der Grund, warum das grafische Werk dazu nun seinen Weg ins Museum fand. Das Steinhaus-Modell ist schon länger hier, um es zu besichtigen, muss man von der Ausstellung nur die wenigen Schritte Richtung Architektur-Abteilung gehen.

Mehr als ein radikaler Anspruch
Die sehenswerte Ausstellung ist keine Personale, sie zeigt nur einen Bruchteil der grafischen Arbeiten, die Domenig im Lauf seiner langen Architektenkarriere geschaffen hat. Spielend zeigt sie die Herangehensweise und Bedeutung eines großen Architekten, dem Radikalität im Denken nie genug war, und der es sich und seinen Bauherren mit diesem Anspruch nie einfach gemacht hat. (APA/red)

"Günther Domenig - Das grafische Werk im MAK"

WO: MAK-Ausstellungshalle, Wien 1, Weiskirchnerstraße 3
WANN: 28. März bis 15. April
Öffnungszeiten: Di 10-24 Uhr, Mi-So 10-18 Uhr

www.MAK.at

27.3.2007 12:36