WOMAN: Food-Mythen im Test - Jetzt wird's licht im komplizierten Ernährungsdschungel
- Gut oder böse: Kartoffel ist ein absolutes Reizthema
- Top oder Flop: Kaffee ohne Zucker, aber mit Süßstoff

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Gesundheit ist auch eine Frage der Ernährung. Eine simple Feststellung, die sich immer mehr als komplizierte Wissenschaft entpuppt. Predigen doch Food-Gurus unterschiedliche Ernährungstipps. Die Ernährungsexperten Hanni Rützler und Fritz Hoppichler trennen für WOMAN die Spreu vom Weizen und sagen, was sie von propagierten Ernährungstrends halten. Noch relativ einfach erscheinen die sechs Empfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung.
1. Die Ernährung sollte ausgewogen (= abwechslungs-& nährstoffreich und kalorien-& fettarm) sein. 2. Es sollten reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln auf den Tisch kommen. 3. Fünfmal am Tag sollte Gemüse und Obst gegessen werden, außerdem 4x täglich Milchprodukte und ein-bis zweimal pro Woche Fisch. 5. Wichtig sind mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag und 6. schonendes Zubereiten und genussvolles Essen. Bei Punkt 2 würden sich allerdings schon einige Experten in die Haare kriegen! Eröffnen wir also mit den Kartoffeln unseren Reigen "Ess-Mythen - richtig oder falsch"!
Kartoffeln sind Dickmacher
Falsch. "Kartoffeln werden wegen ihres relativ hohen glykämischen Index - das heisst sie bewirken einen relativ schnellen Blutzuckeranstieg - immer wieder als Dickmacher verurteilt", so Hoppichler. Dabei sind Kartoffeln fettfrei, sehr wasserhältig, reich an komplexen Kohlenhydraten (lang anhaltende Sättigung) und voller wichtiger Mineralstoffe. "Zum wahren Dickmacher werden sie erst, wenn sie, in Scheiben geschnitten, frittiert werden. So nehmen sie besonders viel Fett auf", erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler. Und Fett hat mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate. Also: Finger weg von Pommes frites und Chips! Gekocht haben Kartoffeln auch einen viel niedrigeren glykämischen Index als gebraten.
Breakfast-Cancelling macht schlank
Falsch. Frühstücksmuffel irren, wenn sie glauben, bei der ersten und wichtigsten Mahlzeit des Tages Kalorien sparen zu können. Statistiken bestätigen, dass Frühstücker schlanker und gesünder leben. "Das Weglassen von Mahlzeiten steigert eher den Hunger und damit auch die kontraproduktiven Heißhungerattacken", warnt Rützler. Vorsicht: Ein üppiges Frühstück mit viel Fett und Zucker ist ebenso tabu wie gar keines. "Ausgewogen und mit Getreide-und Milchprodukten sowie Obst und Gemüse ist es die Basis für einen guten, kraftvollen Start in den Tag", so Hoppichler. Ideal sind frische Früchte mit Vollkorn-Cerealien und Milch oder Joghurt. Wer's lieber pikant mag, isst Vollkornbrot mit Putenwurst und Paprika. No-No: Croissants & Marmeladesemmel!
Figur-Hit: Süßstoff statt Zucker
Richtig. Süßstoff hat keine Kalorien und ist daher ein beliebter Zuckerersatz, der beim Kaloriensparen hilft, ohne dass man auf "Süßes" verzichten muss. Die gängige Behauptung, Süßstoff fördere die Insulinausschüttung, was in der Folge den Blutzuckerspiegel absinken lässt und zu Heißhunger führt, konnte wissenschaftlich nicht belegt werden. Dennoch warnen die Experten vor allzu viel Süßstoff. Denn das Verlangen nach Zucker bleibt dann bestehen, es erfolgt keine echte Ernährungsumstellung.
Weitere Food-Mythen sowie Ihre Aufklärung finden Sie in der aktuellen Ausgabe von WOMAN!
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