Wichtiger Schritt in Übernahme-Krimi: E.ON sichert sich knapp zehn Prozent an Endesa
- Stimmrecht bleibt vorerst aber noch bei Spaniern

Der deutsche Energiekonzern E.ON ist in seinem Kampf um eine Übernahme der spanischen Endesa einen wichtigen Schritt vorangekommen. Die spanische Sparkasse Caja Madrid schloss nach eigenen Angaben eine Vereinbarung mit den Düsseldorfern, nach der E.ON in spätestens zwei Jahren den Anteil der Bank an Endesa in Höhe von 9,9 Prozent übernehmen kann.
Die wirtschaftlichen Rechte, also etwa das Recht auf den Bezug von Dividenden, erhalte E.ON sofort. Die politischen Rechte wie das Stimmrecht in den Endesa-Führungsgremien verbleiben aber vorerst bei Caja Madrid. Von E.ON war keine Stellungnahme zu erhalten.
Die Tatsache, dass E.ON den Anteil nicht sofort komplett gekauft hat, könnte sich als geschickter Schachzug erweisen, falls Caja Madrid ihre Stimmrechte künftig im Sinne von E.ON einsetzt. Denn bei Endesa gilt weiterhin eine Stimmrechtsbeschränkung auf maximal zehn Prozent, unabhängig von der Höhe des Anteils. Im Fall eines Kaufs von Endesa-Anteilen anderer Aktionäre kann E.ON nun im Verbund mit Caja Madrid zusammen bis zu 19,9 Prozent der Stimmrechte kontrollieren. Damit würde E.ON mit den Konkurrenten Enel und Acciona annähernd gleichziehen. Diese haben zusammen knapp 46 Prozent der Anteile an den Spaniern erworben.
E.ON hatte sein Offert für Endesa erhöht und bietet nun 42,3 Mrd. Euro oder 40 Euro je Endesa-Aktie. Enel und Acciona konterten postwendend mit einem Angebot von 41 Euro je Anteilsschein. Im Übernahmekampf hat die spanische Börsenaufsicht ihre Ansicht bekräftigt, wonach die beiden Firmen Enel und Acciona vorerst kein Gegenoffert zum E.ON-Gebot abgeben dürfen.
(apa)
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