Donnerstag, 29. März 2007

Vor Gericht: Der Dritter Prozess gegen Juventus wegen Dopings hat begonnen

  • Ex-Geschäftsführer und Klubarzt auf Anklagebank
  • Staatsanwalt: Genügend Beweise für Verurteilung

In Rom hat in letzter Instanz der Prozess gegen den Ex-Geschäftsführer von Juventus Turin, Antonio Giraudo, und den Klubarzt Riccardo Agricola wegen Sportbetrugs begonnen. Die Turiner Staatsanwaltschaft wirft den zwei Männern systematisches Doping von Spielern mit EPO in den 90er Jahren vor, als es in Italien noch kein Anti-Doping-Gesetz gegeben hatte.

Agricola war in erster Instanz zu 22 Monaten Haft verurteilt, in der Folge aber freigesprochen worden. Giraudo war sowohl in erster als auch in zweiter Instanz freigesprochen worden. Er hatte wegen Verwicklungen in den italienischen Schiedsrichterskandal im Mai die Führung von Juventus zurücklegen müssen.

Der Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello, der das Verfahren gegen die Spitze der "alten Dame" in die Wege geleitet hatte, hat vor dem Kassationsgericht, der dritten und letzten Instanz im italienischen Strafsystem, Einspruch erhoben. Es gäbe genügend Beweismaterial, um Agricola und Giraudo zu verurteilen, meinte Guariniello. Der Staatsanwalt hat auch nach den Vorfällen bei den Olympischen Spielen in Turin gegen die österreichischen Biathleten und Langläufer ermittelt.

(apa/red)

29.3.2007 13:37