"12er-Liga-Forderung eine Art Erpressung":
Bundesliga-Vorstand Pangl übt Kritik am GAK
- Signalwirkung für andere Klubs wäre "verheerend"
- Pangl glaubt an pünktlichen Start der neuen Saison

·Auch GAK-Anwalt plädiert für 12er-Liga
Liga-Präsident Pucher hält
wenig von Aufstockung
·Statt Punkteabzug Geldstrafe erteilen
GAK-Masseverwalter will eine Aufstockung der Liga
·GAK bekommt abge-
zogene Punkte zurück
Einstweilige Verfügung des Landesgerichts Graz
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Dimensionen wie im "Fall Bosman" nicht unmöglich
Fußball-Bundesliga-Vorstand Georg Pangl hat die Zwölferliga-Forderung des insolventen Ex-Meisters GAK scharf verurteilt. "Das ist eine Art Erpressung", betonte Pangl. GAK-Masseverwalter Norbert Scherbaum und GAK-Anwalt Wolfgang Rebernig hatten angekündigt, dass nur mit der Aufstockung der Liga eine Prozessflut vermieden und ein pünktlicher Saisonstart vor der Heim-EM 2008 gewährleistet werden könne.
"Der GAK geht im Moment einen Weg, der eigentlich nicht zulässig ist, nur weil sich der Masseverwalter nicht an die Satzungen und Bestimmungen der Bundesliga gebunden fühlt", erklärte Pangl. "Dabei hat der GAK, so wie die anderen Vereine auch, den Instanzenweg mitbeschlossen. Deshalb sind die zuletzt von den Bundesligen-Senaten beschlossenen Entscheidungen vom GAK zu akzeptieren."
Das Verhalten von Sturm Graz bezeichnete der Bundesliga-Vorstand dagegen als geradezu vorbildlich: "Trotz des großen Drucks, der derzeit auf ihm lastet, hält sich Sturm-Präsident Hans Rinner an die Bestimmungen und Satzungen der Bundesliga."
Vor allem müsse man auf die Signalwirkung achten, wenn der GAK-Forderung nach einer Aufstockung der Bundesliga auf zwölf Vereine nachgegeben werde. Damit würde jedem Verein, der Meister wird und Schulden in zweistelliger Millionenhöhe anhäuft, signalisiert, dass er trotzdem nicht den sportlichen Abstieg zu befürchten habe, weil ja die Liga immer weiter aufgestockt werden könne.
"Das derzeit viel zitierte Chaos und Kasperltheater in der Liga, mit dem das Produkt Fußball schlecht gemacht wird, wurde ja nicht von der Fußball-Bundesliga initiiert. Dieses Chaos und Kasperltheater hat ein Verein zu verantworten. Und es kann nicht sein, wenn ein Verein eine Verfehlung begeht, dass er dann von der Täter- in die Opferrolle schlüpft. Das entbehrt jeder Grundlage", erläuterte Pangl.
In diesem Zusammenhang erinnerte der 41-Jährige auch daran, dass das Ständige Neutrale Schiedsgericht der Bundesliga einem ordentlichen Gericht entspricht, das eben den Bundesliga-Terminen entsprechend fristgerechte Entscheidungen fällt. "Warum wird also ein zweites ordentliches Gericht angerufen?"
Pangl kann angesichts der aktuellen Situation verstehen, dass sich viele Fußball-Fans in Österreich mehr Transparenz - etwa im Zuge der Lizenzierung - wünschen. "Wir als Liga haben das Problem, dass wir auf Grund diverser Bestimmungen zu bestimmten Themen inhaltlich nicht argumentieren dürfen. Doch ein Verein wie der GAK könnte es, tut es aber nicht", hielt Pangl dazu fest.
Daher dürfe er auch nicht über die Gründe für die drakonischen Strafen gegen den GAK sprechen. "Doch unsere Gremien haben sich die Urteile wohl überlegt. Das sind Professoren, die die Materie sezieren und wochen- und nächtelang beraten, bevor sie solche Urteile fällen. Ich habe daher vollstes Vertrauen in unsere Gremien."
Dem GAK wurden Punkte aber nicht nur wegen Verstößen gegen die Bundesliga-Statuten - in Summe 22 Zähler - abgezogen, sondern sechs auch wegen der Causa Kimoni als Umsetzung eines FIFA-Urteils, die nun ebenfalls durch die Einstweilige Verfügung wieder "zurückerstattet" worden sind. Und diese Tatsache birgt ein hohes Gefahrenpotenzial.
Dem Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) liegt nämlich definitiv der Beweis vor, dass der GAK zugesagt hat, das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) in Lausanne zu akzeptieren und diesem auch Folge zu leisten. Diese Zusage wurde durch die Einstweilige Verfügung jetzt endgültig gebrochen. Der Weltverband FIFA wartet zwar noch auf die offizielle Information durch den ÖFB, aber die Sanktionen für die Nichtbefolgung eines FIFA-Urteils reichen bis hin zum verübergehenden Ausschluss eines Verbandes aus internationalen Bewerben.
Da aber die Bundesliga gegen die Einstweilige Verfügung beim Landesgericht Graz Rekurs einlegen wird, kann davon ausgegangen werden, dass dem GAK die gesamten 28 Punkte wieder abgezogen werden. Und wenn das geschieht, wäre auch die FIFA wieder versöhnt.
Trotz des aktuellen Chaos glaubt Pangl noch immer an einen pünktlichen Beginn der Meisterschaft 2007/08 am 11. Juli. "Ich bin zuversichtlich, dass es keine Verzögerung beim Start in die EM-Saison geben wird. Das Ständige Neutrale Schiedsgericht wird bis Ende Mai endgültig entscheiden, welche Klubs in der T-Mobile Bundesliga und in der Red Zac Erste Liga spielen werden", betonte Pangl.
(apa/red)
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