Liga-Boss Pucher verteidigt Entscheidung:
"Habe Vertrauen zu unabhängigen Senaten"
- "Man hat es sich sicher ganz nicht leicht gemacht"
- Rapid-Manager prangert "Larifari"-Lizenzierung an
·Gerechte Strafen oder Wiener Mafia?
Punkteabzüge bei Sturm & GAK erhitzen Gemüter
·Bundesliga bestraft
Grazer Fußballklubs
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Kündigt nach neuerlichem
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Mario Haas: "Jetzt beginnt
Ausverkauf beim GAK"
Fußball-Bundesliga-Präsident und Mattersburg-Obmann Martin Pucher hat die vom Senat 5 verhängten Punkteabzüge gegen den GAK (22 Zähler) und Sturm Graz (10) verteidigt. "Ich habe Vertrauen zu unseren unabhängigen Ausschüssen und Senaten. Die Entscheidung ist nach eingehender und ausführlicher Prüfung und Diskussion gefallen. Man hat es sich ganz sicher nicht leicht gemacht", erklärte der Burgenländer.
Damit reagierte Pucher auch auf die am Zeitpunkt der Entscheidung geäußerte Kritik. "Gerade weil die Senate unabhängig sind, wurden die Fakten eingehend geprüft. Außerdem wurden in der jüngsten Zeit auch diverse Berichte veröffentlicht, mit denen man sich natürlich auch befassen musste."
Pucher spielte damit u.a. auf einen Artikel im Nachrichtenmagazin "Profil" an, in dem Ex-GAK-Präsident Harald Sükar zugegeben hatte, die Bundesliga im Vorjahr im Lizenzierungsverfahren - speziell wegen der Probleme mit dem Vermarkter IMG - nicht umfassend genug informiert zu haben.
Auf Vorwürfe seitens der betroffenen Grazer Klubs, wonach man dem steirischen Fußball in Wien mit dieser Entscheidung gezielt schaden wolle, regierte Pucher mit Unverständnis: "Diese Vorwürfe weise ich im Namen der Liga zurück. Sie entbehren jeglicher Grundlage, sind nicht nachzuvollziehen und ungerecht jenen Personen gegenüber, die eine schwere Entscheidung treffen mussten. Dafür hat die Liga unabhängige Instanzen. Es ist wichtig, dass nicht Vereine über Vereine richten."
Pucher betonte aber auch, dass er die Enttäuschung der Verantwortlichen in Graz verstehe. "GAK-Präsident Sticher hat mein Mitgefühl, ich wünsche ihm das Beste. Ich bin ein Verfechter davon, dass die Entscheidungen auf dem grünen Rasen fallen." Der Liga-Präsident verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Lizenzierungs-Probleme von Sturm und GAK im Vorjahr: "Beide Klubs haben im Vorjahr die Lizenz nicht in erster Instanz erhalten, sondern erst beim Protestkomitee."
Das umstrittene und kritisierte Lizenzierungsverfahren an sich ist laut Pucher "zu 80 bis 90 Prozent von der UEFA vorgegeben". Der Bundesliga bliebe da nur ein kleiner Spielraum für flankierende nationale Regelungen. Wir haben aber schon nach dem Sturm-Konkurs Verschärfungen für die Zukunft beschlossen, haben auch eine Arbeitsgruppe mit den Vereinen abgehalten."
Auch die von Rapid und Austria im Jänner gestartete Aktion des "gläsernen Vereins", in deren Rahmen auch Wacker Tirol, Mattersburg und SV Ried ihre Bilanzen bzw. Budgets veröffentlich hatten, zeige in die richtige Richtung.
Rapid- und Austria-Manager: "Wichtiges Signal"
Rapid-Manager Werner Kuhn und sein Austria-Amtskollege Markus Kraetschmer haben die Punkteabzüge als wichtiges "Signal" bewertet. Sowohl Kraetschmer als auch Kuhn versicherten allerdings auch mit Nachdruck, angesichts der harten Bestrafung der steirischen Fußball-Bundesligisten keinerlei Genugtuung oder gar Freude zu verspüren.
Kuhn: "Lizenzierungsverfahren ist Larifari"
Während der wirtschaftliche Rapid-Hauptverantwortliche Kuhn das Lizenzierungsverfahren als "Larifari" anprangerte und für die Missstände im österreichischen Fußball mitverantwortlich machte, sieht der Austria-Betriebswirt in der aktuellen Krise auch eine Chance für einen "Reinigungsprozess". "Für die laufende Meisterschaft ist es zwar ein tiefer Einschnitt. Viel wichtiger ist es aber, Glaubwürdigkeit und Transparenz herzustellen", erklärte Kraetschmer, der weiß: "Solche Vorfälle können die gesamte Branche in Verruf bringen."
Einig waren sich die beiden Traditionsklubs auch in der Bewertung der seitens der Grazer Klub-Verantwortlichen erhobenen Verschwörungs-Vorwürfe Richtung Wien. "Für mich fällt das unter Dolchstoßlegende. Ich halte nichts davon, so von eigenen Fehlern abzulenken", meinte Kraetschmer und Kuhn betonte: "Es wäre wertvoll, wenn der GAK in der Liga bliebe. Aber nur mit einer Mannschaft, die er sich leisten kann." Nach Ansicht beider Manager würden zahlreiche Bundesliga-Vereine "mit Vollgas auf eine Wand zu fahren".
"Und jeder wartet darauf, dass der andere zuerst auf die Bremse steigt", schilderte Kuhn, während Kraetschmer befand: "Dann darf man sich nicht wundern, dass die Wand nicht plötzlich verschwindet." Für den Austria-Manager lautet das Signal "Fair Play". Er fordert: "Jetzt müssen auch die letzten Leute aufwachen. Die Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen. Jede Krise bietet auch eine Chance." Sonst würde es laut Kraetschmer immer schwieriger werden, "Sponsoren und Partner von der Glaubwürdigkeit im Fußball zu überzeugen".
Auch bei der Austria hätte man sich nach der Magna-Ankündigung, den Betriebsführungsvertrag auslaufen zu lassen, den Problemen gestellt: "Schließlich haben wir die Kurve gekratzt", so Kraetschmer.
Für Kuhn ist klar: "Die mangelnde Qualität des Lizenzierungsverfahrens geht leider zu Lasten einer spannenden Meisterschaft. Und das Lizenzierungsverfahren sollte ja eigentlich das Instrument sein, das solche Fälle verhindert", sagte Kuhn und prangerte "Budget-Schummel" der Vereine an. Der Rapid-Manager fordert daher: "Die Liga ist gefordert, muss sanktionieren und die Strafen mit voller Härte exekutieren."
(apa/red)
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