Punkteabzug für Sturm-Präsident "unfass-
bar": Entscheidung ist nicht nachvollziehbar
- "Werden Rechtsexperten die Sache prüfen lassen"
- Rinner: "Das interessiert jetzt doch keinen Fan mehr"
·Bundesliga bestraft
Grazer Fußballklubs
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Ausverkauf beim GAK"
·Chronologie: Tiefer Fall von Sturm Graz
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Der Präsident des gerade durch einen Zwangsausgleich geretteten Grazer Fußball-Bundesligisten SK Puntigamer Sturm Graz bezeichnete die Entscheidung des Senats 5 der Bundesliga, Sturm in der laufenden Meisterschaft zehn Punkte abzuziehen, als "unfassbar und nicht nachvollziehbar". Er frage sich, so Rinner in einer eilig einberufenen Pressekonferenz in Graz, ob hier nicht Willkür vorliege.
Ein Abzug in diesem Ausmaß - "auch für den GAK" - ruiniere den Fußball. Man werde prüfen, ob das rechtlich begründet sei. Wenn von Sturm für die kommende Saison eine Bankgarantie als Voraussetzung zur Lizenzerteilung verlangt werde, dann müsse das für alle Vereine gelten, so Rinner und der Finanzvorstand des Klubs, Christian Jauk.
Lizenzrichtlinien verschärfen
Die Präsidentenkonferenz der Bundesligaklubs habe sich sich geeinigt, die Lizenzierungsrichtlinien ab der Saison 2008/2009 zu verschärfen. Hätten die vorherigen Auflagen etwas getaugt, hätten demnach ja Sturm und GAK keine Lizenzen erhalten dürfen. Man könne die Vereine aber nicht im Nachhinein bestrafen. "Das verzerrt die Meisterschaft völlig", so Rinner, der auch die Frage in den Raum stellte, ob es eine "Lex Graz", die die Vereine in der Meisterschaft an die letzte Stelle setze und dem GAK - der in Verhandlungen mit Investoren stehe - den Todesstoß versetze. "Am besten wäre es", so Rinner, wenn man um das Wiener Praterstadion fünf Plätze baue und eine eigene Meisterschaft mache, "dann kann der Senat 5 gleich leichter alles prüfen", meinte ein sehr emotionaler Sturm-Präsident.
"Für etwas bestraft, das abeschlossen ist"
Sturm sei "mit Rechtsicherheit" entschuldet, sagte Rinner. Er verstehe, dass man dem Verein nun auf die Finger schaue, und man hätte für die kommende Saison auch ohne Punkteabzug die verlangten Bankgarantien beigebracht. "Allerdings werde man für etwas bestraft, was bereits abgeschlossen sei. Sturm habe mit der Entschuldung und dem Zwangsausgleich ein klares Signal für den Neuanfang gegeben, kein einziger der alten Vorstände sei mehr in der Vereinsführung. Für die laufende Saison gebe es ja sogar schon die von der Bundesliga geforderte Bankgarantie, das sei die erlegte Fortführungskaution aus dem Konkursverfahren. Von einem Sponsor wie Puntigamer eine Bankgarantie zu verlangen, sei eine Verhöhnung von dessen Bonität.
"Das interessiert doch keinen Fan mehr"
"Man kann schon diskutieren, wie Sturm und GAK zu ihren Lizenzen für die laufende Saison gekommen sind, aber das sollte dann erst Konsequenzen in Form von Auflagen für die nächste Saison haben. Stellen Sie sich vor, nach zwei Drittel der Meisterschaft hat der letzte einen Punktestand von minus eins, das interessiert doch keinen Fan mehr", so Rinner. Er könnte es sich einfach machen und sagen: "Vorletzter, passt, alles gelaufen, den GAK trifft's. Aber minus 22 Punkte für den GAK, das schmerzt auch mich. Wer so handeln würde, hat das Thema Fußball nicht verstanden.
Wirtschaftliche Folgen für alle Vereine sah Sturm-Finanzvorstand Jauk: "Da ist keine Spannung mehr in der Meisterschaft, also werden auch weniger Zuseher zu den Spielen kommen". Alleine wenn die Derbys in der kommenden Saison ausfallen würden, ergebe das ein Minus von rund 200.000 Euro, die man anderswo auftreiben müsste, so Jauk.
(apa/red)
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