Montag, 26. März 2007

500 Tage bis Olympia in Peking: Noch zahl-
reiche Baustellen "zieren" Chinas Hauptstadt

  • Vorbereitungen für Mega-Event laufen auf Hochtouren
  • Fünf Quotenplätze für Österreichs Sportler sicher

Zum dritten Mal in der Geschichte von Olympischen Sommerspielen geht das milliardenschwere Sport-Event in Asien in Szene. Heute sind es noch 500 Tage vor Beginn der Spiele in Peking. Anstelle von schmucken Stadien und modernen Sportstätten gehören derzeit freilich noch zahlreiche Baustellen zum Erscheinungsbild der Hauptstadt der Volksrepublik China.

Und auch für die Sportler gibt es bis zur Eröffnung am 8. August 2008 noch viel zu tun. Österreichs Aktive haben bisher fünf Quotenplätze sicher, vier im Schießen und einen durch Wassersprung-Vizeeuropameisterin Anja Richter. Am Samstag würde bei der Schwimm-WM in Melbourne ein weiterer dazu kommen, falls die Herren-Staffel über 4x200 m Kraul unter die Top 12 kommt. Das Gros der Quali-Bewerbe und Quotenplatz-Chancen folgt aber erst später.

Asiatischer Boden enttäuschend für Österreich
1964 in Tokio und 1988 in Seoul fanden Olympische Sommerspiele auf asiatischem Boden statt, beide verliefen aus österreichischer Sicht enttäuschend. In Japan gingen die 56 ÖOC-Sportler leer aus, aus Südkorea brachten die 76 Entsandten "bloß" eine Goldmedaille mit nach Hause - errungen durch Judoka Peter Seisenbacher im Mittelgewicht. Die 1940 in Tokio geplant gewesenen XII. Sommerspiele waren wegen des Zweiten Weltkriegs ausgefallen.

Das Umspringen der in Peking an zahlreichen Straßenecken und Hausmauern angebrachten Countdown-Uhren auf 500 Tage ist ein signifikanter Mosaikstein in der Vorbereitung auf den nächstjährigen Sport-Höhepunkt. Wie vor Sommer-Olympia 2004 in Athen ist aber noch vieles unfertig.

Zuversicht groß
Doch die Zuversicht bei den Organisatoren ist groß, dass alle Fristen eingehalten werden. "Die Wettkampfstätten und das Olympische Dorf liegen im Plan", sagte die schwedische IOC-Vizepräsidentin Gunilla Lindberg. "Peking ist sicherlich viel weiter, als es Athen (500 Tage vor der Eröffnung/Anm.) gewesen ist." Wie in Athen werden Entscheidungen in 28 Sportarten auf dem Programm stehen. Für die Spiele 2012 in London wurde auf 26 reduziert.

Teile ausgelagert
In der 7,6-Millionen-Einwohner-Stadt Peking wird das Gros der Events ausgetragen werden. Ausgelagert sind Segeln nach Qingdao, Pferdesport nach Hongkong sowie Fußball nach Tianjin, Shanghai, Shenyang und Qinhuangdao. Österreichs Team wird im "Reich der Mitte" eine stolze Bilanz zu verteidigen haben, gab es doch vor gut zweieinhalb Jahren in "Hellas" zweimal Gold, viermal Silber und einmal Bronze zu bejubeln.

"Vogelnest" als Herzstück
Herzstück von Olympia in Peking wird das auf Grund seiner speziellen Bauweise "Vogelnest" genannte, und im Olympia-Park gelegene Olympiastadion sein. Die Stahl-Konstruktion mit verschließbarem Dach wird vor den Spielen ebenso in Testwettkämpfen ausprobiert wie alle anderen 36 Wettkampf-Arenen. Insgesamt 42 vorolympische Bewerbe werden über die Bühne gehen, 26 davon alleine im kommenden Sommer.

30 Mrd. Euro für Modernisierung
Umgerechnet 30 Milliarden Euro werden für Olympia in die Modernisierung der chinesischen Hauptstadt investiert. 500.000 ausländische Besucher werden zu den Spielen erwartet. Sie werden u.a. in zwölf neu erbaute und elf renovierte Stadien pilgern. Und für ihre Quartiere können sie unter knapp 4.700 Pekinger Hotels mit insgesamt aktuell 286.900 Zimmern bzw. rund 572.000 Betten wählen.

(apa/red)

26.3.2007 17:29