Donnerstag, 29. März 2007

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Dieses Jahr um 8% mehr Wahlberechtigte als 2002

  • Die Zahl der Wähler ist auf 44,5 Millionen angestiegen
  • Zuwächse in Paris, Seine-Saint-Denis, Hauts-de-Seine

In Frankreich findet die bevorstehende Präsidentenwahl bei den Bürgern deutlich mehr Interesse als jene vor fünf Jahren. Wie das Innenministerium in Paris mitteilte, sind dieses Mal 44,5 Millionen Franzosen wahlberechtigt - acht Prozent mehr als bei der Wahl im Jahr 2002. In Frankreich müssen sich Bürger, die erstmals wählen, in die Wählerlisten eintragen lassen. Danach wird die Abstimmungsberechtigung automatisch verlängert. Im Vergleich zu den Wahlberechtigten ist die Gesamtbevölkerung in Frankreich in den vergangenen fünf Jahren nur um 2,9 Prozent auf 63,4 Millionen Menschen gewachsen.

Laut Angaben des Innenministeriums gab es einen überdurchschnittlichen Anstieg bei den Wahlberechtigten in Paris mit 9,6 Prozent. Auch in den Pariser Vorstadt-Départements Seine-Saint-Denis und Hauts-de-Seine wurden mit 8,5 Prozent und 7,9 Prozent außergewöhnliche Zuwächse verzeichnet.

Vorstadt-Krawalle bewirkten Wähler-Zuwachs
Nach den schweren Vorstadt-Krawallen vom Herbst 2005 hatten mehrere Bürgerintitiativen und Organisationen dort lebende junge Erwachsene aufgerufen, sich in die Wählerlisten eintragen zu lassen. Seine-Saint-Denis nordöstlich von Paris war damals einer der Brennpunkte der Unruhen; dagegen gilt Hauts-de-Seine im Westen bis auf wenige Ausnahmen als wohlhabendes Département ohne Vorstadt-Problematik.

Die 12 Kandidaten
Zur Teilnahme am ersten Durchgang der Präsidentenwahl sind insgesamt zwölf Kandidaten zugelassen, davon ein Drittel Frauen (neben der Sozialistin Ségolène Royal die Kommunistin Marie-George Buffet, die Grüne Dominique Voynet und die Trotzkistin Arlette Laguiller, die seit 1974 an allen Präsidentenwahlen teilgenommen hat).

Royal führt derzeit vor Sarkozy und Bayrou
Royal hat in jüngsten Meinungsumfragen den Hauptprotagonisten des konservativen Lagers, Nicolas Sarkozy, in der Wählergunst wieder eingeholt. An dritter Stelle rangiert der Zentrumsdemokrat Francois Bayrou, gefolgt vom Chef der rechtsextremen Partei "Front National" (FN), Jean-Marie Le Pen, der es 2002 in die Stichwahl gegen den scheidenden Amtsinhaber Jacques Chirac geschafft hatte. Sarkozy, Chef der bürgerlichen Mehrheitspartei UMP, war am Montag von seinem Amt als Innenminister zurückgetreten, um sich voll dem Wahlkampf zu widmen. (apa/red)

29.3.2007 16:40