Blutiger Selbstmordanschlag in Sri Lanka: Sieben Menschen kamen dabei ums Leben
- Rebellen sprengten sich bei Armeestützpunkt in Luft
In Sri Lanka hat ein tamilischer Selbstmordattentäter seinen mit Sprengstoff präparierten Traktor vor einem Militärposten in die Luft gesprengt und dabei mindestens fünf, nach anderen Angaben sieben Menschen mit in den Tod gerissen. Unter den Todesopfern seien vier Zivilisten. Wie das Militär weiter mitteilte, wurden mehrere Menschen bei dem Anschlag in Chenkaladi im Osten des Inselstaats verletzt.
Der Attentäter brachte den Traktor zur Explosion, als ein Soldat das Feuer auf ihn eröffnete. Auf Zurufen hatte er nicht angehalten. Offenbar war das eigentliche Ziel des Anschlags aber ein großes in der Nähe gelegenes Militärlager.
Es war der erste offiziell bestätigte Luftangriff seit Beginn des Bürgerkriegs 1983. Die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) kündigten weitere derartige Angriffe an.
Kurz zuvor fand Luftangriff statt
Wenige Stunden zuvor hatten Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) erstmals seit Beginn des Bürgerkriegs vor 24 Jahren einen Luftangriff auf Armeestellungen geflogen. Sie bombardierten einen Luftwaffenstützpunkt neben dem internationalen Flughafen in der Hauptstadt Colombo. Bei dem Bombardement des Militärstützpunkts wurden drei Angestellte der Luftwaffe getötet und 16 verletzt.
Nach Militärangaben hatten die Rebellen bereits in der vergangenen Woche versucht, das Lager anzugreifen, wo der jüngste Anschlag stattfand. Ein Vorstoß von Regierungstruppen im umkämpften Nordosten der Insel trieb Mitte März mindestens 150.000 Menschen in die Flucht. Die Regierung in Colombo erklärte, die Flüchtlinge hätten in den von Regierungstruppen kontrollierten Gebieten Zuflucht gesucht und seien in Lagern oder bei Freunden und Verwandten untergekommen. Hilfsorganisation rechnen jetzt mit einem weiteren Anstieg der Flüchtlingszahlen.
Die 13 wichtigsten politischen Parteien des Landes appellierten an die internationale Gemeinschaft, Sri Lanka beim Kampf gegen die Rebellen zur Hilfe zu kommen. In einer gemeinsamen Erklärung warnten sie, die Fähigkeit einer Organisation wie der LTTE zu Angriffen aus der Luft sei nicht nur eine Bedrohung für Sri Lanka, sondern für die gesamte südostasiatische Region. Die LTTE-Rebellen kämpfen seit 1972 für einen unabhängigen Tamilenstaat im Nordosten Sri Lankas.
(apa/red)
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