Neue Flüchtlingstragödie vor Jemen: Mindestens 100 Somalier und Äthiopier tot
- Schlepper warfen Menschen weit vor Küste ins Meer
Bei einer neuen Flüchtlingskatastrophe vor der jemenitischen Küste sind mindestens 100 Somalier und Äthiopier ums Leben gekommen. Menschenschmuggler hätten etwa 450 Flüchtlinge, die auf Holzbooten den Golf von Aden überqueren wollten, weit vor der Küste gezwungen, ins Meer zu springen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk mit.
Damit steige die Zahl der Toten und Vermissten im Golf von Aden in diesem Jahr auf 262. "Wir sind schockiert", sagte Erika Feller vom UNHCR. "Die skrupellosen Schmuggler kümmert es nicht, was aus den Menschen wird, die sie zuvor ausbeuten", sagte Feller.
Die Überlebenden berichteten, das vier Boote mit insgesamt 450 Passagieren die Überfahrt nach Jemen versucht hätten. Die Schlepper hätten die Flüchtlinge mit Messern bedroht. Einige, die sich geweigert hätten, seien mit Holz- und Eisenstangen zu Tode geprügelt worden. Mehrere Flüchtlingsfrauen seien von den Schleppern vergewaltigt worden.
Nach Angaben des UNHCR haben im vergangenen Jahr mindestens 26.000 Flüchtlinge die Meerenge zwischen Somalia und Jemen überquert. Die meisten der Flüchtlingen sind Somalis, die den Bürgerkrieg und die Anarchie in ihrer Heimat hinter sich lassen wollen.
(apa/red)
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