Montag, 26. März 2007

Flash-Speicher - Ein neues Backup-Risiko?
Datenretter warnen vor falscher Anwendung

  • Materialermüdung bei übertrieben hoher Belastung

Flash-Speicher als zukünftige Alternative zu Festplatten? In ihrer herkömmlichen Anwendung verursachen die Flash-Module mitunter allerdings Probleme. Unternehmen, die sich mit Datenrettung befassen, berichten über eine Zunahme der Problemfälle im Zusammenhang mit mobilen Speichern.

Die deutsche Datenrettungsfirma Ontrack kam bereits nach einer 2005 durchgeführten Umfrage zu dem Ergebnis, dass 27 Prozent der Benutzer von USB-Sticks Daten verloren hatten, die sie auf diesen gespeichert hatten. Beim ungarischen Datenretter Kuert waren 2006 von 2.600 defekten Speichern bereits 15 Prozent Flash-Speicher. Hauptbetroffene waren neben Privatanwendern vor allem Klein- und Mittelbetriebe sowie Selbstständige, die keine professionelle Datensicherungsstrategie hatten und stattdessen USB-Sticks zur Datensicherung "missbraucht" hatten.

Flashige Ermüdungserscheinungen
Bei Kuert ortet man die Schadensursache in einer "Materialermüdung", die eintrete, wenn auf Flash-Speicher zu häufig Daten hinaufgespielt und wieder gelöscht werden. Das Tückische daran sei, dass sich eine derartige Ermüdung des Materials nicht durch leichte Störungen ankündige, sondern nach längerer Benutzung ein Totalausfall eintrete, lautet es in einem Bericht des Unternehmens.

Fehler auf hohe Durchdringung zurückzuführen
Das vermehrte Auftreten von Fehlern bei mobilen Datenträgern sei nicht auf eine Verschlechterung der Flash-Technologie per se zurückzuführen. Vielmehr hätte der Preisverfall bei derartigen Produkten in den vergangenen Jahren zu deren stärkeren Verbreitung geführt. Dadurch wäre auch die Fehlerhäufigkeit gestiegen, so ein Experte der Secure Business Austria, einem Kompetenzzentrum, das sich mit Sicherheit im IT-Bereich beschäftigt. Bei der Verwendung eines Flash-Moduls zur regelmäßigen Datensicherung käme es zwangsläufig zu einer hohen Belastung der Speichermedien, was zu Problemen führen könne.

Schäden bei vorzeitigem Abbruch
Bei typischen speicherkartenbasierten Modellen, wie etwa MP3-Playern oder Digicams, würden die Hersteller hingegen in der Regel mehrere hunderttausend Lösch- und Schreibzyklen garantieren. Dies sei auch ausreichend, so der Fachmann. Bei Problemen in diesem Bereich könnte die Ursache im Anwenderbereich liegen, vermutet man beim österreichischen Datenrettungsunternehmen Attingo. Oftmals würden USB-Sticks oder Speicherkarten aus dem Computer entfernt, ohne das dazugehörige Programm vorher zu beenden. (apa/red)

26.3.2007 09:01