Keine EURO-Spiele im Fernsehen? Poker
um Übertragungsrechte gerät zum Fiasko
- Viel zu teuer: TV-Sender lassen die UEFA zappeln
- Premiere ausgestiegen - Deutsche Sender am Limit
Auch ORF will die "Wahnsinnsbetrag" nicht bezahlen
·Schweizer TV sichert sich Rechte für EURO!
SRG einigt sich mit UEFA, ORF verhandelt noch
·ÖFB-Merchandising- Rechte an Mitraco!
500 Produkte sollen zur EURO 2008 kommen
·Austro-Türke erster großer Sieger der EM!
FORMAT: Türesin fixierte UEFA-Merchandising-Deal
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·DISKUSSION: EM
2008 in Österreich
Ist "Hicke" der Richtige? Wird EM eine Blamage?

Obwohl bei der Fußball-WM 2006 die TV-Quoten in ungeahnte Höhen geschossen sind, sucht man in Deutschland noch immer nach einem Fernsehsender, der die Europameisterschaft im kommenden Jahr überträgt. Eine Lösung zeichnet sich nicht ab und das, obwohl die Vorbereitungen für die Live-Übertragungen der 31 Spiele in Österreich und der Schweiz dringend anlaufen müssten. Die UEFA und die mit den Verhandlungen beauftragte Agentur Sportfive scheinen sich verkalkuliert zu haben.
In einem Markt mit seit Jahren kräftig wachsenden Einnahmen ist der Bogen offensichtlich überspannt. Bis zu 160 Millionen Euro sollten die kompletten Rechte für den deutschen Markt erbringen. Doch Fristen verstrichen, mehrere Verhandlungsrunden verliefen erfolglos, Kandidaten sprangen ab. Einer der Hauptgründe ist, dass sich ein Turnier wie die EURO 2008 wegen mangelnder Exklusivrechte für einen Pay-TV- Sender nicht lohnt und die Gesamtsumme für frei empfangbare Sender zu hoch ist.
"Wir haben uns gegen eine ernsthafte Weiterverhandlung entschieden. Wir setzen andere Schwerpunkte beim Einkauf von Sportrechten", sagte etwa Premiere-Vorstandsmitglied Carsten Schmidt. "Für uns ist ein auf wenige Wochen begrenztes, wenig exklusives Ereignis einfach nicht wirtschaftlich", so Schmidt.
"Nicht zu bezahlen": Deutsche Privatsender aus dem Spiel
Für werbefinanzierte Sender wie Sat.1 oder RTL sei das "bei weitem nicht zu bezahlen", erklärte ein Rechte-Manager. Auch die deutschen öffentlich-rechtlichen Kanäle ARD und ZDF, die bisher bei jeder EM am Ball waren, können und wollen nicht so viel wie verlangt zahlen. ARD/ZDF haben ein Angebot vorgelegt, das nach Angaben der künftigen WDR-Intendantin Monika Piel keinen finanziellen Spielraum mehr lässt. "Wir sind bereits an unsere Grenze gegangen. Das heißt in diesem Fall, dass wir für ein EM-Spiel mehr zahlen würden als für ein WM-Spiel", sagte Piel.
Eine ähnliche Situation zeichnet sich derzeit auch in Österreich ab. ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser hat bereits angekündigt, dass der ORF nicht bereit ist, den "Wahnsinnsbetrag", den die UEFA fordert, zu zahlen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme nicht, weshalb es in den nächsten Wochen "sehr harte Gespräche" geben müsse.
Schweizer TV griff in die Tasche - ORF hängt in der Luft
Der ORF hat von der UEFA bereits den grundsätzlichen Zuschlag für die EM erhalten. An den Details der Vertragsverhandlungen dürfte es sich nun aber spießen, weil die UEFA ihre Stellung gegenüber dem ORF ausreize. Das reiche vom Preis bis zu allerlei Nebendetails, ist im ORF zu hören. Einig ist man sich indessen in der Schweiz, wo sich die Schweizer Rundfunkanstalt SRG die Fernseh- und Radioübertragungsrechte gesichert hat. Über den Preis für diesen Deal wurde allerdings Stillschweigen vereinbart.
Für die TV-Sender wird es eng, denn längst müsste die aufwendige Planung begonnen haben. Für die Vorbereitung solcher Großereignisse veranschlagen die Anstalten normalerweise zwei Jahre. Die UEFA hatte geglaubt, einen großen Coup gelandet zu haben, als sie die Rechte erstmals nicht über die Europäische Rundfunk Union (EBU) direkt an die Sender, sondern an die Agentur Sportfive vergab. 600 Millionen Euro sollten die Rechte mindestens bringen.
Die Rechte-Manager der TV-Sender setzen ihre Hoffnungen jetzt darauf, dass sich durch die Wahl von Michel Platini zum neuen UEFA-Präsidenten oder durch die neue Sportfive-Geschäftsführung nach dem Verkauf an den französischen Medienkonzern Lagardere "neue Verhandlungsansätze" ergeben. "Platini weiß um die Probleme. Ein Gesprächstermin ist fixiert", so ORF-Infodirektor Oberhauser.
(apa/red)
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