Donnerstag, 29. März 2007

Hintergrund-Infos zu Böhler-Uddeholm: Weltweit führender Werkzeugstahl-Konzern

  • Ging aus der Verstaatlichten Industrie hervor
  • Vorzeigebetrieb mit über 3 Milliarden Euro Umsatz

Der börsenotierte österreichische Edelstahlhersteller Böhler-Uddeholm hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Vorzeigebetrieb gemausert. Er operiert mit seinen insgesamt mehr als 14.000 Mitarbeitern weltweit, zuletzt wurden Umsatz und Ertrag um rund 20 Prozent gesteigert. 2006 betrug der Umsatz nach vorläufigen Zahlen 3,09 Mrd. Euro, nach 2,6 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Das operative Ergebnis 2006 betrug 376 Mio. Euro - nach 314 Mio. Euro 2005.

Am Beginn der Konzerngeschichte stand im Jahr 1991 der Kauf des schwedischen Konkurrenten Uddeholm durch die damalige VA-Stahl. Im Zuge der anschließenden Umstrukturierungen wurde der heute bekannte internationale Edelstahlkonzern geschmiedet. In Österreich besitzt der Stahlriese fünf Standorte mit über 4.000 Beschäftigten.

Das österreichische Traditionsunternehmen schaffte 1994 den wirtschaftlichen Turnaround und ging im April 1995 an die Börse. Damals gelangten 27,3 Prozent des Grundkapitals in den Streubesitz, der Rest verblieb bei der Staatsholding ÖIAG. Aber schon im Jahr darauf, 1996, zog sich die staatliche Holding auf einen Minderheitsanteil von 25 Prozent zurück. Die Böhler-Uddeholm begab sich nach der Konsolidierungsphase in der darauffolgenden Dekade auf den Wachstumspfad.

Vier Produktionsstätten in Österreich
Im Dezember 2003 unterzeichnete Böhler-Uddeholm einen Vertrag zur mehrheitlichen Übernahme der Villares Metals S.A. in Brasilien. Die Akquisition ist im März des Folgejahres abgeschlossen. Mehr als ein Jahr später, 2005, setzt das Unternehmen mit dem strategisch wichtigen Kauf der deutschen Edelstahlwerke Buderus AG den Expansionskurs fort. Über Produktionsgesellschaften verfügt der Konzern in Österreich, Deutschland, Schweden, Brasilien, Belgien, Türkei, USA und Mexiko. Zusätzlich besitzt der Konzern weltweit Härtereibetriebe.

In Österreich führt Böhler-Uddeholm vier Produktionsstätten: neben dem Hauptwerk in Kapfenberg in Ybbstal, in Mürzzuschlag und Traismauer. Der größte Einzelmarkt für die Gruppe ist Deutschland - gefolgt von Brasilien und den USA. Umsatzstärkstes Böhler-Produkt ist der Werkzeugstahl mit einem Weltmarktanteil von 30 Prozent.

Das Selbstverständnis des Unternehmens lautet "klassischer Nischenanbieter", gerechnet am weltweiten Verbrauch von Werkzeugstahl. Dieser liegt etwa bei 0,1 Prozent des gesamten globalen Stahlverbrauchs von rund einer Milliarde Tonnen pro Jahr.

Die private österreichische Investoren-Gruppe um den oberösterreichischen Wirtschaftsanwalt Rudolf Fries hält 20,95 Prozent an Böhler-Uddeholm. Bis vor der Kapitalerhöhung des Unternehmens im Juni 2005, bei der die Gruppe nicht mitzog und dazu noch im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) 150.000 Aktien aus eigenen Beständen verkaufte, hatte die Beteiligung 25,7 Prozent betragen.

(apa/red)

29.3.2007 15:31