Sonntag, 25. März 2007

Vorsorge: Renditen vom Chef! 2 Millionen Österreicher profitieren von Abfertigung neu

  • FORMAT erhob, wie erfolgreich gearbeitet wurde
  • PLUS: Die Erträge der Vorsorgekassen im Detail

Über zwei Millionen Arbeitnehmer profitieren schon von der Abfertigung neu. FORMAT erhob, welche Vorsorgekassen 2006 am besten gearbeitet haben.

Österreichs Arbeitnehmer, so ein weitverbreitetes Vorurteil, sind nicht mobil genug. Die Fakten zeigen ein eindeutig anderes Bild: Rund zwei Drittel aller Arbeitnehmer haben in den vergangenen vier Jahren einen neuen Job angetreten. Das zeigt die Zwischenbilanz der im Jänner 2003 gestarteten Abfertigung neu: Die neun dafür eingerichteten Mitarbeitervorsorgekassen (MVK) verwalten inzwischen schon 3,2 Millionen Kundenkonten für diejenigen, die seit Anfang 2003 ein neues Dienstverhältnis eingegangen sind. Der Arbeitgeber muss für diese Mitarbeiter 1,53 Prozent des Gehalts in eine MVK einzahlen. Ein Arbeitnehmer, der jährlich 25.000 Euro brutto verdient, hat jetzt nach vier Jahren bei 100.000 Euro Gesamtverdienst also rund 1.500 Euro plus Zinsen als Guthaben angespart. Wie hoch die Renditen ausgefallen sind, hängt ganz vom Veranlagungsgeschick der Kassen ab. FORMAT erhob, wie erfolgreich die Institute gearbeitet haben.

2006 nur magere Erträge
Im Vorjahr erreichten die Abfertigungskassen im Durchschnitt ein Plus von 3,4 Prozent, das ist das bisher kleinste Plus in der vierjährigen Geschichte der Abfertigung neu (siehe auch Substory links). Ursache waren die schwachen Erträge bei Anleihen, die mit bis zu 90 Prozent das Rückgrat in der Veranlagung der Kassen bilden und im Vorjahr unter Kursverlusten litten. Erträge waren 2006 deshalb fast nur mit Aktien zu erzielen. Relativ am besten wirtschaftete die Raiffeisen-nahe ÖVK mit 4,6 Prozent Rendite, gefolgt von Siemens mit 4,3 Prozent. Die auf Bauarbeiter spezialisierte BUAK und die Victoria-Volksbanken-MVK bilden mit Werten von 2,6 beziehungsweise 2,1 Prozent die Schlusslichter.

In der Gesamtwertung über vier Jahre liegt klar Siemens mit durchschnittlich 6,3 Prozent in Front. Siemens-MVK-Vorstand Alexander Vojta: "Wir haben einen vergleichsweise hohen Aktienanteil von 35 Prozent und sind dadurch auch die einzige Kasse, die den ursprünglichen Zielwert der Sozialpartner von sechs Prozent Rendite erreicht hat." Hintergrund: Die sechs Prozent waren vor der Schaffung der Abfertigung neu zugrunde gelegt worden, damit ein Arbeitnehmer im Laufe seines Berufslebens auch in der Abfertigung neu auf die zwölf Monatsgehälter kommen könnte, die in der Abfertigung alt (gültig nur noch für Jobs, die vor 2003 angetreten wurden) erzielbar sind.

Die Erreichung der sechs Prozent wird auch in Zukunft eher die Ausnahme bleiben. Die Kassen müssen nämlich für das eingezahlte Kapital eine Kapitalgarantie abgeben - und das auch für Arbeitnehmer, die das Guthaben schon zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach drei Jahren beheben wollen. Da die Kassen Gefahr laufen, nach einem schlechten Aktienjahr die Verluste aus eigenen Mitteln abdecken zu müssen, wird dementsprechend konservativ angelegt.

Ein Großteil der MVK-Kunden macht auch von dem Recht, das Kapital zum frühestmöglichen Zeitraum abzuheben, Gebrauch, etwa Tourismusmitarbeiter, die bereits drei Jahre voll haben und nach Saisonende gekündigt werden. Heinz Behacker, Chef des Marktführers VBV, der kürzlich die Schallmauer von einer Million Kunden durchbrochen hat: "60 Prozent der Arbeitnehmer, die sich ihr Guthaben auszahlen lassen können, haben von diesem Recht bereits Gebrauch gemacht."

Pensionskassen im Schnitt 5,1 Prozent
Dass sich ein höherer Aktienanteil langfristig bezahlt macht, zeigen die Ergebnisse der sechs überbetrieblichen Pensionskassen, in die Arbeitgeber freiwillig für ihre Mitarbeiter einzahlen können. Laut Erhebungen des Pensionsconsulters Mercer blieben die Erträge 2006 zwar wegen der schwachen Anleihenperformance generell hinter dem Spitzenjahr 2005 zurück, erreichten aber mit 5,1 Prozent im Schnitt immerhin 1,7 Prozent mehr als die Mitarbeitervorsorgekassen.

Die ganze Story lesen Sie in FORMAT 12/07!

25.3.2007 22:52