Donnerstag, 22. März 2007

Bestechungs-Affäre bei EADS? Laut Geheimdienstbericht flossen Schmiergelder

  • Luft- und Raumfahrtkonzern unter Verdacht
  • Paris bestreitet Vorladung von Konzernchef Gallois

Frankreich hat einem Medienbericht zufolge den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufgefordert, zu einem Geheimdienstbericht über ein mutmaßliches Schmiergeldsystem Stellung zu nehmen. Ein Berater von Präsident Jacques Chirac habe den Chef des Airbus-Mutterkonzerns, Louis Gallois, in diesem Zusammenhang einbestellt, berichtete das französische Magazin "Capital" in seiner Internetausgabe.

Die französische Regierung bestritt dies. Gallois sei zu keinem Gespräch über einen Geheimdienstbericht vorgeladen worden, sagte ein Sprecher Chiracs. Zur Existenz eines solchen Berichts wollte sich der Sprecher nicht äußern. Von EADS lag keine Stellungnahme vor.

Der Magazin zufolge hegt der Inlandsgeheimdienst DST den Verdacht, dass beim Abschluss großer Verkaufsverträge wie etwa für das neue Großraumflugzeug A380 Bestechungsgelder geflossen seien. So sollen auch Mittel aus einer Schmiergeldkasse beim Verkauf von 43 Airbus A380-Maschinen an Emirates Airlines genutzt worden sein. Das Magazin nannte keine Personen, die in den Fall verstrickt sein sollen. (apa/red)

22.3.2007 08:31