"Österreich kann Europameister werden":
Optimistischer "Conditioning Coach" Spry
- ÖFB-Spezialbetreuer glaubt an Chance von Linz & Co.
- Internet-Trainingsprogramme sollen Kickern helfen
·ÖFB-Länderspiele bis zum EURO-Großevent
2007 Geschichte. 2008 wartet u.a. Deutschland
·"Finale, Finale" oder Aus in der Vorrunde?
Wie weit kommen unsere Kicker bei der EM 2008?
·KLICKEN: Spielplan für die Fußball-EM '08
Alle Spieltermine und Stadien der Heim-EURO
·DISKUSSION: EM
2008 in Österreich
Ist "Hicke" der Richtige? Wird EM eine Blamage?
Roger Spry hat mit Trainergrößen wie Mario Zagallo, Jose Mourinho oder Arsene Wenger gearbeitet und seine Philosophie bei zahlreichen Fußball-Top-Klubs in ganz Europa umgesetzt. Seit vergangenem Oktober ist der Engländer als "Conditioning Coach" Mitglied des ÖFB-Betreuerstabes und in dieser Funktion maßgeblich in die Vorbereitungen auf die EURO 2008 eingebunden. Mit der APA sprach Spry unter anderem über Trainingsprogramme für Teamspieler via Internet und Österreichs Chancen bei der Heim-EM.
Conditioning Coach erstellt Online-Trainings-Datenbank und hält einige Teamspieler für Europa-Klasse: "Sie wissen es nur nicht"
APA: Sie haben die Erstellung einer Online-Datenbank mit persönlichen Trainingsprogrammen für jeden Teamspieler angekündigt. Wie weit ist dieses Projekt fortgeschritten?
Spry: "400 bis 500 Clips mit Übungen sind bereits abrufbar, jeden Tag kommen mehr dazu. Am Ende sollen es 7.500 bis 10.000 sein. Es gibt Clips für jede Übung, nicht nur auf dem Rasen, sondern auch für Regeneration, für die Heimreise im Bus oder Flugzeug, auch Atem- oder Einschlafübungen."
APA: Wie funktioniert die Handhabung?
Spry: "Es handelt sich um eine eigene Internet-Seite. Jeder Spieler hat mit einem Passwort ausschließlich auf seine eigene Datei Zugriff, in der er seine persönlichen Informationen im physischen, medizinischen und technischen Bereich abrufen kann. Jeder bekommt pro Woche ein Mal sein persönliches Programm, das er absolvieren und dann seine Erfahrungen in seiner Datei vermerken muss, die wiederum an den Trainerstab zurückgeschickt wird. Dabei ist es mir auch wichtig, dass ein Input von den Spielern kommt."
APA: Besteht nicht die Gefahr, dass die Übungen nur "auf dem Papier" gemacht werden?
Spry: "Wir machen Tests, an denen man leicht erkennen kann, ob jemand seine Einheiten gemacht hat oder nicht, und die Ergebnisse haben bewiesen, dass die Spieler ihr Programm durchziehen. Die Testwerte jetzt in Stegersbach waren großartig, viel besser als im Februar auf Malta, und da waren sie schon besser als zuvor. Außerdem machen das die Spieler ja nicht für Hickersberger oder für mich, sondern für sich selbst. Das ist eine Hilfe, und sie wären blöd, wenn sie diese Hilfe nicht annehmen würden."
APA: Sie sind seit Oktober im Amt. Wie schätzen Sie die Entwicklung der Teamspieler in dieser Zeit ein?
Spry: "Wir haben Fortschritte gemacht. Wir sind in einer Entwicklung, und die geht eben manchmal zwei Schritte vorwärts und dann wieder einen Schritt zurück."
APA: Was fehlt den österreichischen Spielern noch zur europäischen Spitzenklasse?
Spry: "Einige von ihnen sind schon europäische Spitzenklasse, sie wissen es nur nicht. Sie müssen an Details feilen, um unberechenbar zu werden, so wie es großartige Spieler wie zum Beispiel Figo oder Ronaldinho tun. Österreich ist eine kleine Nation. Um wettbewerbsfähig zu sein, muss man an Kleinigkeiten arbeiten."
APA: Wie stehen die Chancen Österreichs bei der Heim-Europameisterschaft?
Spry: "Österreich kann sogar Europameister werden, denn Europameisterschaften haben in der Geschichte schon oft Sensationen gebracht, wie zum Beispiel die Titelgewinne von Griechenland oder Dänemark. Bei Weltmeisterschaften gibt es diese Geschichte nicht. Aber ich bin realistisch, natürlich zählt Österreich nicht zu den Favoriten. Doch immerhin spielt Österreich daheim, und ich glaube wirklich, dass das Team überraschen könnte."
APA: Was können Sie persönlich dazu beitragen?
Spry: "Ich kann nicht an der Fitness der Spieler arbeiten, das ist Sache der jeweiligen Klubs. Ich nehme nur die Feinabstimmung vor, wie die Formel-1-Mechaniker in den Boxen, die vor dem Rennen noch einige Schalter betätigen."
(apa/red)










