Anelka schießt Frankreich zum Sieg: Vize-
Weltmeister mit Mühe zum Erfolg in Litauen
- England nur 0:0 in Israel, Kroatien mit knappem Sieg
- Deutschland gewinnt Schlager in Tschechien mit 2:1

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Nicolas Anelka hat Frankreich in der Qualifikation für die EURO 2008 vor einer Blamage in Litauen bewahrt. Der Bolton-Stürmer machte für die "Equipe Tricolore", die am Mittwoch im Stade de France ein Testspiel gegen Österreich absolviert, mit einem platzierten, aber leicht abgefälschten Schuss ins kurze Eck in der 73. Minute einen knappen 1:0-Auswärtssieg im Zalgiris Stadion von Kaunas perfekt.
Litauen kämpfte vor 8.000 Zuschauern bei schlechten Platzverhältnissen in einer sehr schwachen Partie bis zum Schluss tapfer und hätte sich gegen den glanzlosen WM-Finalisten auch einen Punktgewinn verdient. Für negative Schlagzeilen sorgten einige litauische Fans, die nach dem Abspielen der Hymnen ein rassistisches Transparent gegen dunkelhäutige Spieler der Gäste ausrollten.
Die Elf von Raymond Domenech, die Vieira, Henry, Ribery und Saha vorgeben musste, hält damit in der Gruppe B nach fünf Spielen bei zwölf Zählern und eroberte die Führung von den punktgleichen Schotten auf Grund des besseren Torverhältnisses zurück. Litauen ist mit vier Zählern aus ebenso vielen Spielen als Fünfter wohl schon aus dem Rennen.
England erreicht in Israel nur 0:0
Für England ist die Qualifikation für die EURO 2008 wieder einen kleinen Schritt in die Ferne gerückt. Die Engländer kamen in der Gruppe E beim direkten Aufstiegskonkurrenten Israel nicht über ein torloses Unentschieden hinaus, blieben zum dritten Mal in Serie sieglos und halten damit genauso wie die Israeli bei acht Punkten. Kroatien steht nach einem 2:1-Heimsieg gegen Mazedonien mit 13 Zählern an der Tabellenspitze.
Den aktiveren Engländern fehlte in Tel Aviv vor 41.500 Zuschauern auch das nötige Glück, so streifte etwa ein Carragher-Kopfball in der 69. Minute die Stange. Stürmerstar Wayne Rooney, der seit der EM-Endrunde in keinem Bewerbspiel mehr getroffen hat, scheiterte in der ersten Hälfte mit einem Kopfball am israelischen Keeper Awat. Nach dem Seitenwechsel hatte der uneffiziente Angreifer von Manchester United nach einem Gerangel mit Ben Haim Glück, nicht ausgeschlossen worden zu sein.
Für den zuletzt umstrittenen Trainer Steve McLaren, dem Coach mit der schwächsten Startbilanz in der englischen Verbandsgeschichte, wird die Lage nun immer kritischer. Die Engländer rangieren mit fünf Punkten Rückstand auf Kroatien nur auf dem dritten Platz.
Siegtreffer für Kroatien kurz vor Schluss
Die Kroaten mussten gegen Mazedonien bis zum Schluss um den vierten Sieg im fünften Spiel zittern, ehe Silva in der 88. Minute das Goldtor gelang. Zuvor hatte Mattersburg-Legionär Goce Sedloski die Mazedonier mit 1:0 in Führung geschossen (36.). Nach dem Ausgleich durch Srna (58.) hatte Sedloski sein Team, nach einer von Österreichs Schiedsrichter Konrad Plautz verhängten Gelb-Roten Karte, allerdings auch entscheidend geschwächt (68.).
Die Russen kamen beim punktlosen Vorletzten Estland zwar zu einem 2:0-Erfolg, stellten den Pflichtsieg in Tallinn aber erst in der letzten halben Stunde sicher. Der FC Sevilla-Stürmer Alexander Kerschakow steuerte für die von Guus Hiddink betreute Elf mit einem Doppelpack (66., 78.) beide Tore bei und hielt diese damit voll auf EURO-2008-Kurs.
Slowakei mit 3:1-Erfolg auf Zypern
In der Gruppe D bleibt der Kampf um den Aufstieg nach einem 3:1-Auswärtssieg von der Slowakei in Nikosia gegen Zypern spannend. In der von dem österreichischen Schiedsrichter Gerald Lehner geleiteten Partie lagen die Zyprioten zwar nach einem Treffer von Aloneftis vor 6.000 Zuschauern zur Pause mit 1:0 voran, die favorisierten Slowaken schafften aber durch Tore von Nürnberg-Spieler Vittek (54.), Skrtel (67.) und Jakubo (77) die Wende.
Deutsche siegen in Prag
Kevin Kuranyi hat die deutsche Nationalmannschaft zu einem 2:1-Auswärtssieg im Spitzenspiel gegen Tschechien geschossen. Der Schalke-Stürmer, der für den gesperrten Miroslav Klose aufgestellt wurde, avancierte in Prag mit zwei Kopfballtreffern (42., 62.) zum Matchwinner für den WM-Dritten.
Die Deutschen hätten schon in der ersten Hälfte die Vorentscheidung schaffen können. Schweinsteiger (12., 21.) und Podolski (24., 41.) fanden jedoch in Chelsea-Keeper Petr Cech jeweils zweimal ihren Meister, und Letzterer scheiterte kurz vor dem Pausenpfiff mit einem herrlichen Schuss auch noch an der Querlatte. In der Schlussviertelstunde geriet Deutschlands Erfolg allerdings noch einmal in Gefahr, als Baros die Hausherren mit dem Anschlusstreffer (76.) noch einmal ins Spiel brachte.
Holland nur 0:0
In der Gruppe G kamen die Niederlande in Rotterdam zwar gegen Rumänien über ein torloses Unentschieden nicht hinaus, hielten damit aber den direkten Konkurrenten genauso wie Bulgarien mit je drei Punkten auf Distanz. Die in der Offensive zumeist harmlosen "Oranjes" fanden gegen den Abwehrriegel der Rumänen kein wirksames Mittel.
Die Türkei feierte im brisanten Nachbarschafts-Derby gegen den von Otto Rehhagel trainierten Europameister Griechenland einen wichtigen Auswärtssieg. Trotz einer 1:0-Führung verloren die Griechen am Ende klar 1:4 (1:1). Der Frankfurter Kyrgiakos hatte sein Team schon in der 5. Minute in Führung gebracht, doch Sanli (26.), Unal (55.), Metin (71.) und Karadeniz (82.) drehten die Partie noch deutlich zu Gunsten der Gäste. Zwei Treffer gingen dabei auf das Konto von Hellas-Kapitän Antonis Nikopolidis, der einen rabenschwarzen Tag erwischte. Die Türken festigten mit dem vierten Sieg im vierten Spiel souverän die Spitzenposition in der Gruppe C vor Griechenland (9), das nach drei Siegen die erste Niederlage erlitt.
Wichtige Heimsiege für Portugal und Spanien
Portugal (Gruppe A) und Spanien (Gruppe F) haben für die Quali-Chance jeweils überlebenswichtige Heimerfolge gefeiert. Die Portugiesen fertigten in Lissabon Belgien 4:0 (0:0) ab, die Spanier setzten sich in Madrid gegen Dänemark 2:1 (2:0) durch. Beide Teams sind nun wieder voll im Rennen, zumindest um den zweiten Gruppenplatz.
Cristiano Ronaldo und Co., die Portugiesen waren vor allem durch die Niederlage in Polen in Bedrängnis geraten, taten sich lange schwer, doch nach der Pause legten sie los. Gomes (52.), Ronaldo (54., 75.) und Quaresma (68.) sorgten für klare Verhältnisse.
Die nach Pleiten in Nordirland und Schweden mit dem Rücken zur Wand stehenden Spanier schafften gegen Dänemark den geforderten Pflicht-Heimsieg. Nach Gelb-Rot für den Dänen Jensen (19.) zogen die Spanier bis zur Pause durch Tore von Morientes (34.) und Villa (45.) auf 2:0 davon.
Die Dänen, die die ersten Gegentore und die erste Niederlage in der Quali kassierten, kamen jedoch trotz Unterzahl durch Gravgaard (48.) zum Anschlusstreffer. Die Hausherren brachten den Sieg dann jedoch erfolgreich über die Zeit.
Polen neuer Erster in Gruppe A
Mit einer starken Leistung übernahm Polen (6 Spiele/13 Punkte) in der Gruppe A die Tabellenführung. In Warschau fertigte der Spitzenreiter Schlusslicht Aserbaidschan (5/1) vor 12.000 Zuschauern durch Tore von Bak (3.), Dudka (6.), Lobodzinski (33.), Krzynowek (58.) und Kazmierczak (84.) mit 5:0 ab.
In Abwesenheit des an Herz-Kreislaufproblemen laborierenden Cheftrainers Otto Baric kam Albanien vor 12.000 Zuschauern im Duell zweier "Nachzügler" in der Gruppe G in Shkodra gegen Slowenien zu einem 0:0. Für die von Assistent Slavko Kovacic betreute Elf war es der zweite Punktgewinn im vierten Spiel. Bei den mit vier Punkten fünftplatzierten Slowenen wurde in der 80. Minute Austria-Legionär Milenko Acimovic für den Ex-Austrianer Nastja Ceh eingewechselt.
(apa/red)










