22.3.2007 10:51

Darf Pogatetz bald wieder im Team ran? Revoluzzer muss den ersten Schritt machen

  • Stranzl fordert Antworten: "Warum sagt er nichts?"
  • Schweigen am Platz: Mehr Kommunikation gefordert

Martin Stranzl zählt zu den wenigen Personen, die im Rahmen der scharfen Kritik von Emanuel Pogatetz vor fast einem halben Jahr gut weggekommen sind. Dennoch sprach sich der Burgenländer in der Vergangenheit dezidiert gegen ein Comeback des Middlesbrough-Legionärs im Nationalteam aus.

Mittlerweile will der Spartak-Moskau-Legionär, der bei seinem Klub in diesem Jahr wieder in der Innenverteidigung spielt, seine persönliche Meinung pro oder contra Pogatetz nicht mehr abgeben.

"Wir haben im Teamtrainingslager auf Malta im Februar eine Sitzung gehabt, auf der beschlossen wurde, dass die Entscheidung über eine Rückkehr von Pogatetz ganz klar beim Trainer liegt. Wir Spieler haben uns dazu nicht mehr zu äußern, und daran halte ich mich", sagte Stranzl.

Der 26-Jährige würde sich eine öffentliche Stellungnahme des "Revoluzzers" wünschen. "Es interessiert mich nicht, wenn ein Manager von Pogatetz Interviews gibt. Warum sagt nicht er selbst etwas oder ruft einen Spieler an?", fragte sich der 36-fache Teamspieler (2 Tore).

Dass jedoch ein Innenverteidiger, der es in der englischen Premier League Woche für Woche mit Klassestürmern zu tun bekommt, eine Bereicherung für das ÖFB-Team wäre, bestreitet Stranzl nicht. "Ich sehe auch genug englische Spiele und weiß auch, dass er dort seinen Mann steht."

Schwere Testspiele als Standortbestimmung
Im EM-Testspiel werden solche Steher-Qualitäten gefragt sein, selbst wenn den Afrikanern die beiden Top-Stars Michael Essien und Stephen Appiah fehlen. "Aber es werden zwei andere spielen, und die werden genauso Gas geben", prophezeite Stranzl.

Ein überraschender Sieg gegen den WM-Achtelfinalisten wäre seiner Meinung nach durch das Fehlen des ghanaischen Mittelfeld-Duos nicht weniger wert. "Wenn man nach Wochen oder Monaten auf das Ergebnis schaut, steht dort nicht, dass Essien und Appiah nicht gespielt haben."

Im Ghana- und danach im Frankreich-Match hat für Stranzl aber nicht nur das Resultat eine Bedeutung. "Für uns geht es darum zu sehen, wie weit wir sind. Es geht darum zu zeigen, dass sich jeder Spieler für Österreich den Hintern aufreißt, damit wir die Fans hinter uns bringen."

Im Team muss mehr Kommunikation her
Die jüngste Kritik von Teamchef Josef Hickersberger an der mangelnden Kommunikation innerhalb der Mannschaft kann der Burgenländer nachvollziehen. "Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir Fortschritte gemacht, aber das ist immer noch nicht genug. Jeder Spieler muss im Match etwas sagen." Auch die jungen Kicker seien gefordert. "Kommandos zu geben hat nichts mit dem Alter zu tun."

Über die Gründe, warum sich einige seiner Teamkollegen mit lautstarken Anweisungen während der Partie zurückhalten, ist sich Stranzl selbst nicht ganz im Klaren.

"Vielleicht gibt es in dieser Generation eben nicht diese Typen", vermutete der Abwehrspieler, ergänzte aber auch: "Wenn ich sehe, wie einige Spieler beim Essen oder im Mannschaftsbus herumflachsen, könnten sie das genauso im Spiel machen."

(apa/red)

22.3.2007 10:51
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