19.3.2007 14:39

Mario Haas von ÖFB-Team-Nominierung überrascht: 'Will bei der EURO im Kader sein'

  • "Gedacht, die Jungen kommen ein bisschen mehr"
  • Nach Sion-Abschied: Kuljic will bald wieder spielen

Des einen Freud', des anderen Leid: Mario Haas profitierte von der aktuellen Stürmerkrise des ÖFB-Teamchefs Josef Hickersberger und rutschte nach nur vier Bundesliga-Partien seit seiner Rückkehr aus Japan erstmals nach zwei Jahren wieder in die Nationalmannschaft. "Ich habe mir gedacht, dass es schwieriger wird, ins Team zurückzukommen", erklärte der Sturm-Angreifer in Stegersbach.

Kuljic will nach Vertragsaustritt in Sion noch diese Saison wieder spielen

Unter anderem durch die Verletzung von Salzburg-Stürmer Marc Janko, den Stammplatzverlust von Roman Wallner bei der Austria und der mangelnden Spielpraxis von Verona-Legionär Muhammet Akagündüz bekommt der 32-Jährige eine neue Chance - auch, weil derzeit keine aufstrebenden Nachwuchs-Goalgetter zu finden sind. "Ich habe mir gedacht, die Jungen kommen ein bisschen mehr, aber im Endeffekt ist nichts nachgekommen", sagte Haas.

"Will bei der EURO im Kader sein"
Der Steirer will sich in den kommenden Tagen für weitere Einberufungen empfehlen. "Wenn ich schon jetzt dabei bin, will ich immer dabei sein. Ich werde Vollgas geben, denn ich will bei der EURO im Kader sein", versprach der 40fache Teamspieler (7 Tore). Seit seiner Rückkehr aus Japan hat sich laut Haas in der österreichischen Liga nichts verändert - in heimischen Stadien würde vor allem auf Physis und Taktik gesetzt, während die Nippon-Kicker die spielerische Linie bevorzugen. "Die Japaner spielen schneller und sind technisch alle sehr gut."

Dafür gebe es im Land des WM-Achtelfinalisten von 2002 Mängel im taktischen Bereich. "Wenn du 2:0 führst, kannst du auch noch 2:4 verlieren." Nachhilfe-Unterricht in Systemfragen erhalten die Japaner - im September Länderspiel-Gegner von Österreich - von ihrem Teamchef Ivica Osim, mit dem Haas einige Jahre bei Sturm und zuletzt auch bei JEF United zusammengearbeitet hatte.

Der frühere jugoslawische Teamchef hatte Haas in Graz zum Teamspieler geformt. "Spieler wie Markus Schopp und ich haben von ihm profitiert, aber ich habe auch noch in Japan viel von ihm gelernt", meinte Haas. Um zu einem Klasse-Kicker zu reifen, bedarf es aber nicht nur eines kompetenten Trainers. "Wir waren damals bei Sturm hungrig. Heute ist das Problem bei den Jungen, dass sie zu schnell satt sind. Sie spielen ein paar Mal gut, und dann bekommen sie schon den Vertrag verlängert und verdienen mehr als ihre Eltern."

Kuljic auf der Suche nach neuem Verein
Haas' Sturmkollege Sanel Kuljic macht sich derzeit weniger Gedanken über den österreichischen Nachwuchs als vielmehr um die eigene Vertragssituation. Der 29-Jährige trat vor einigen Tagen wegen ausständiger Zahlungen von rund 80.000 Euro aus seinem Kontrakt mit dem FC Sion aus und ist nun auf der Suche nach einem neuen Verein. "Vielleicht wird sich in den nächsten Tagen etwas ergeben."

Der frühere Bundesliga-Torschützenkönig möchte so schnell wie möglich bei einem neuen Klub unterkommen, um für Teamchef Hickersberger interessant zu bleiben. "Ich will nicht bis Sommer stehen", betonte der Ex-Rieder, der einen Wechsel innerhalb der Schweiz bevorzugen würde. In diesem Fall wäre laut Kuljic die Schweizer Liga für die Erteilung der kostenlosen Freigabe zuständig, bei einem internationalen Transfer wäre die FIFA in dieser Causa Ansprechpartner.

Die Gefahr, sich mit dem Vertragsaustritt ein Eigentor geschossen zu haben und die Freigabe nicht zu erhalten, sieht Kuljic nicht. "Ich glaube nicht, dass ich deswegen Probleme bekomme." Seine Vorgehensweise hält er für gerechtfertigt. "Ich habe den Klub mehrmals ermahnt und mir das lange genug angeschaut. Es war verantwortungslos und respektlos, wie der Präsident gehandelt hat. Andere lassen sich das vielleicht gefallen, ich nicht."

Kuljic kann sich in dieser Angelegenheit der Unterstützung von Hickersberger sicher sein. "Ich habe immer großes Verständnis für Spieler, die berechtigterweise aus ihrem Vertrag austreten, weil der Verein den Vertrag nicht einhält." Welche Folgen dies für die ÖFB-Zukunft des Stürmers haben könnte, wollte "Hicke" nicht prognostizieren. "Wie es mit ihm weitergeht, weiß ich nicht. Ich habe ihn gerne einberufen, er hat erst seit zwei Wochen keine Spielpraxis und hat im Herbst gezeigt, dass er eine Bereicherung für das Team ist." (apa/red)

19.3.2007 14:39
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