Wer hat wen getäuscht? Ex-Präsident Roth wehrte sich nach IMG-Kritik an GAK-Führung
- "Nicht IMG von uns, sondern wir von IMG getäuscht"
- Vizepräsident Rath: "IMG hat sehr wohl alles geprüft"

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Der Rechtsstreit zwischen dem insolventen Fußball-Bundesligisten GAK und dem Sportvermarktungs-Unternehmen IMG ist in die nächste Runde gegangen. Im Rahmen einer Pressekonferenz in Graz wehrte sich vor allem Ex-Präsident Rudi Roth gegen die von IMG geäußerte Kritik an der Glaubwürdigkeit des Klubs bzw. dessen führender (Ex)-Funktionäre.
"Nicht die IMG ist von uns, sondern vielmehr wir von der IMG getäuscht worden", betonte Roth, der sich vehement gegen die "Rolle des Buhmannes" wehrte. Über ein Jahr hätte sich das Unternehmen nach Unterzeichnung des Vertrages nicht bei ihm gemeldet, so Roth. Laut eigenen Angaben habe er allein im vergangenen Jahr 1,5 Mio. Euro in die "Rotjacken" gesteckt, um deren Existenz zu sichern.
Auch die vom Geschäftsführer von IMG-Österreich, Christian Pirzer, beschriebene Vorgangsweise, dass der Klub auf Grund der Zusage Roths vor Abschluss des Zehn-Jahres-Vertrages nicht überprüft worden wäre ("Er hat Wert darauf gelegt, dass der Verein entschuldet und saniert ist"), wies Roth von sich: "Die IMG hat sehr wohl alles überprüft. Ich verstehe diese Anschuldigungen dem GAK gegenüber nicht."
Rath: "Werden Täuschung widerlegen"
Unterstützung erhielt er in diesem Punkt von GAK-Vizepräsident Manfred Rath. "Wir werden diese Täuschung widerlegen. Vor der Vertragsunterschrift waren zwei Rechtsanwälte aus Tirol und zwei Chef-Kontroller aus Deutschland in Graz, die alles genau unter die Lupe genommen haben", betonte Rath.
IMG hätte dem GAK in dem von April 2005 bis Juli 2006 laufenden Vertrag keinen einzigen Sponsor gebracht, von den bestehenden Sponsorgeldern jedoch 20 Prozent eingestreift. Nach dem Ausstieg der Agentur im Juli 2006 hätten die finanziellen Probleme danach überhand genommen.
"IMG war wie eine Lebensversicherung", erläuterte Roth. Die Vertragsauflösung wäre beim Schiedsgericht der Wirtschaftskammer in Wien eingeklagt worden, das ursprünglich für Mai erwartete Urteil wurde auf Grund des Konkursverfahrens jedoch bis auf weiteres ausgesetzt. Seitens IMG ist eine Klage auf Kreditschädigung und eine Haftungsklage gegen Roth anhänglich.
Kein Einspruch gegen "Fall Kimoni"
Im "Fall Kimoni" und dem von der FIFA bei der Bundesliga urgierten Sechs-Punkte-Abzug sprach Vize-Präsident Rath von "Wettbewerbsverzerrung". Einen rechtlichen Einspruch würde es von Seiten des GAK jedoch nicht geben. (apa/red)
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