Sonntag, 25. März 2007

Schwimm-WM: Französin Laure Manaudou
holt in Melbourne planmäßig ihr erstes Gold

  • Große Überraschung durch Südkoreaner Park

Die erste Finalsession der Schwimm-WM in Melbourne hat zwar keinen neuen Weltrekord gebracht. Die Französin Laure Manaudou schwamm aber ebenso knapp an einer neuen Weltbestmarke vorbei wie die 4 x 100 m Kraul-Staffel der US-Herren. Olympiasiegerin Manaudou sicherte sich über 400 m Kraul in 4:02,61 Minuten ihre erste Goldmedaille dieser Titelkämpfe. Ihr Weltrekord steht seit der EM im Vorjahr in Budapest bei 4:02,13.

"Ich wollte diesen Rekord, aber der Titel ist auch eine Erlösung. Der Druck war groß", erklärte Manaudou, die bis zur 300-Meter-Marke noch unter ihren Weltrekord-Durchgangszeiten gelegen war. Die Titelverteidigerin dominierte über ihre Spezialstrecke in eindrucksvoller Manier, setzte sich deutlich vor der Polin Otylia Jedrzejczak (4:04,23) und der Japanerin Ai Shibata (4:05,19) durch. Manaudou plant in Melbourne noch sechs weitere Einzelstarts und zwei in der Staffel.

Wie die Französin holte auch Michael Phelps, der prognostizierte männliche WM-Superstar, sein erstes Gold. Der 21-Jährige triumphierte als Startschwimmer der US-Staffel, der außerdem Neil Walker, Sprinthoffnung Cullen Jones und Jason Lezak angehörten. Das Quartett blieb in 3:12,72 Minuten nur 0,26 Sekunden über dem Weltrekord, den seit August des Vorjahres ebenfalls eine US-Staffel hält.

Auf der Tribüne freute sich auch Österreichs Medaillenhoffnung Markus Rogan über Silber für Italien, weil seine Trainingskollegen Massimiliano Rosolino als Start- und Weltmeister Filippo Magnini als Schlussschwimmer eine gute Figur abgaben. Das italienische Quartett markierte in 3:14,04 Minuten außerdem einen neuen Europarekord, den Russland seit 2003 mit 3:14,06 gehalten hatte. Bronze ging an Frankreich.

Überraschung durch Park
Für die große Überraschung des ersten Tages sorgte Taw Hwan Park. Der 17-Jährige, der seit mehreren Jahren in Melbourne trainiert, holte sich über 400 m Kraul in 3:44,30 nicht nur den ersten WM-Titel seiner Karriere, sondern auch den ersten für Südkorea seit 1973. Titelverteidiger und Lokalmatador Grant Hackett musste sich noch hinter dem Tunesier Oussama Mellouli mit Bronze begnügen.

"Ich habe mich heute in der Früh einfach schlecht gefühlt", erklärte Hackett. Der zehnfache Weltmeister war im Vorlauf nur um 0,09 Sekunden gerade noch ins Finale gerutscht. "Wenigstens habe ich etwas Zählbares geholt. Leider war es nicht Gold." Der 26-jährige Australier, der seinen Lebensmittelpunkt ebenfalls von der Gold Coast in die WM-Stadt verlegt hat, erhöhte sein Medaillenkonto bei Weltmeisterschaften damit auf 18 Stück.

Bei der Damen-Staffel über 4 x 100 m Kraul jubelten die 8.000 Zuschauer in der zum Schwimm-Stadion umfunktionierten Rod Laver Arena dann doch über die erste Goldmedaille für die Gastgeber. Lisbeth Lenton, Melanie Schlanger, Shayne Reese und die überragende Schlussschwimmerin Jodie Henry verwiesen die USA und die Niederlande in 3:35,48 Minuten auf die Plätze und verteidigten ihren Titel damit erfolgreich.

(apa/red)

25.3.2007 14:42