Samstag, 24. März 2007

Rogans Spezialdisziplin auf der Kippe: WM entscheidet über seine Olympia-Prioritäten

  • 'Was hier herauskommt, darauf konzentriere ich mich'
  • Kurzhaarschnitt gegen die Badehauben-Problematik

Für den Österreicher Markus Rogan ist sein erster WM-Bewerb in Melbourne mehr als nur eine Vorbereitung auf seine Spezialstrecke. Rogan überlegt sogar, bei entsprechenden Ergebnissen in Australien, seinen Hauptfokus im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking auf die 100 Meter Rücken zu verlegen. "Wenn ich hier merke, dass ich in Peking über 200 Meter nicht gewinnen kann, dann muss ich das tun", erklärte Rogan vor dem Training in der Rod Laver Arena.

Rogan war 2004 in Athen in beiden Disziplinen Olympia-Zweiter geworden. In den vergangenen Jahren hat sich der Wiener aber verstärkt auf die 200 m konzentriert - mit unterschiedlichem Erfolg. Bei der WM 2005 in Montreal holte er hinter Weltrekordler Aaron Peirsol Silber, bei der EM im Vorjahr in Budapest ging er von einem Virus geschwächt leer aus. In der Vorbereitung für Melbourne hat Rogan verstärkt auf Krafttraining gesetzt und will daher im Finish spritziger sein.

"Ich fühle mich auf das Ende des Rennens besser vorbereitet. Genau das habe ich trainiert. Das Ende wird sehr schnell, wahrscheinlich das schnellste, das man von mir bisher gesehen hat", kündigte Rogan an. Ob er vor der Schlusslänge erst 50 oder bereits 150 Meter absolviert habe, sei da im Wesentlichen egal, meinte der 24-Jährige, der in Rom auch an seiner Starttechnik gefeilt hat. Er macht jetzt einen Beinschlag weniger und ist dadurch laut eigenen Angaben um zwei bis drei Zehntelsekunden schneller.

"Für mich zählt jetzt nur die WM"
Bevor er sich im Hinblick auf sein großes Ziel Olympia auf eine der beiden Strecken spezialisiert, will Rogan die Ergebnisse in Melbourne abwarten. "Für mich zählt jetzt einmal nur die WM. Was hier herauskommt, darauf konzentriere ich mich im Hinblick auf Peking", erklärte der Vizeweltmeister. In Australien sollen die 100 Meter aber vor allem eines: Selbstvertrauen geben. Denn über die doppelte Distanz (Vorlauf am Donnerstag, Finale am Freitag) rechnet sich Rogan größere Medaillenchancen aus - zumindest noch in Melbourne.

Vorerst weiter ungeklärt ist dagegen die Badehauben-Problematik. Unter zunehmendem Druck gestand der Weltverband FINA den Athleten in der technischen Sitzung das Tragen neutraler Badehauben ohne jeglichen Sponsor zu. Ursprünglich hatten die Athleten unterschreiben müssen, auf allen Badekappen den offiziellen WM-Geldgeber Yakult zu transportieren. Unsicherheit herrschte allerdings darüber, welche Ausrüster-Logos auf den Kopfbedeckungen stehen dürfen.

Kurzhaarschnitt gegen Badehauben-Problematik
Rogan hat sich seine Haare vorsorglich sehr kurz schneiden lassen, um problemlos auch ohne seine gelbe Badehaube antreten zu können. Bis Olympia 2004 war er stets ohne Kopfbedeckung geschwommen. "Das ist kein Nachteil", versicherte Rogan. Noch kürzer würde sich Österreichs meistdekorierter Schwimmer sein Haupthaar aber nicht rasieren lassen. Letztlich siegt nämlich die Eitelkeit. "Ich bin schon an meiner Schönheitsgrenze angekommen", erklärte Rogan.

(apa)

24.3.2007 15:06