Dienstag, 20. März 2007

Doping-Affäre von Turin lebt wieder auf: IOC lädt ÖSV-Sportler nach Lausanne ein

  • In Turin gefundendes Blut gehört zwei Athleten

Die Disziplinarkommission des IOC will mehr als ein Jahr nach den Anti-Doping-Razzien bei den Winterspielen in Turin die Affäre um österreichische Biathleten und Langläufer endgültig klären. Die zwei zurückgetretenen österreichischen Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann haben Einladungen erhalten, vor der vom Deutschen Thomas Bach geleiteten Kommission Stellung zu nehmen. Das haben der Steirer und der Salzburger der APA - Austria Presse Agentur bestätigt.

Perner und Rottmann hatten den Olympia-Schauplatz in San Sicario nach der Razzia und einem (negativ verlaufenen) Dopingtest am 18. Februar 2006 verlassen und einige Wochen später (in der ersten März-Woche) wegen der ihrer Meinung nach ungerechtfertigten Dopingvorwürfe und der menschenunwürdigen Behandlung während der Razzia ihr Karriere-Ende bekannt gegeben.

Nachdem das IOC im Jänner den Bericht der italienischen Behörden erhalten hat, sollen nun Rottmann und Perner dazu befragt werden. Perner sagte, in dem Brief des IOC sei jedoch nichts Konkretes angesprochen worden. Er habe deshalb zurückgeschrieben, um zu erfahren, was ihm vorgeworfen werde. "Sie müssen sich detaillierter ausdrücken, ich weiß nicht, was sie mir vorwerfen", sagte der Olympia-Dritte von 2002. Erst dann werde er entscheiden, ob er überhaupt - sei es schriftlich oder persönlich - vor der Kommission Stellung beziehe.

Rottmann hatte sich im Zuge eines Rechtshilfeabkommens mit Italien bereits vor einigen Wochen zu einer Aussage vor Gericht in St. Johann/Pongau eingefunden. "Ich war dort, aber die Italiener sind gar nicht gekommen, obwohl es für sie so dringend war", ärgerte sich Rottmann. Er sei kein Sportler mehr, daher interessiere ihn diese Sache auch nicht mehr, meinte der Ex-Biathlon-Weltmeister.

Rottmann hat nach eigenen Worten jedoch dem IOC mitgeteilt, dass er aus verschiedenen Gründen nicht nach Lausanne kommen könne. "Aber ich werde trotzdem kooperieren und schriftlich Stellung nehmen, wenn sie etwas Spezielles wissen wollen."

Die "Salzburger Nachrichten" berichteten, dass das im Zuge der Doping-Razzien gefundene Blut zwei österreichischen Athleten zugeordnet werden könne. Dies sei am Rande des Besuchs der IOC-Evaluierungs-Kommission vergangene Woche in Salzburg bekannt geworden.
(APA/red)

20.3.2007 16:59