Rote Armee Fraktion (RAF): Über zwei Jahrzehnte Inbegriff von Terror & Gewalt
- Gruppe löste sich '98 auf, viele Verbrechen ungeklärt
·Stichwort: Rote Armee Fraktion (RAF)
Über zwei Jahrzehnte Inbegriff von Terrorismus
·3 RAF-Terroristen verbüßen Haftstrafe
Christian Klar, Eva Haule und Birgit Hogfeld in Haft
·Organisatorin des Terrorjahrs 1977
Mohnhaupt verdankt Frei- lassung einstigen Feinden
·Die Taten der Roten Armee Fraktion
Deutsche Terror-Welle begann mit Autobombe
Mehr als zwei Jahrzehnte lang war die Rote Armee Fraktion (RAF) der Inbegriff von Terror, Gewalt und Mord in Deutschland. Ihrem "bewaffneten Kampf" gegen das "imperialistische System" fielen mehr als 30 Menschen zum Opfer - darunter hohe Repräsentanten von Wirtschaft und Politik. Die RAF löste sich 1998 auf, viele ihrer Kapitalverbrechen wurden aber nie genau aufgeklärt.
Vorläufer der RAF war die nach dem Kaufhaus-Brandstifter Andreas Baader und der Journalistin Ulrike Meinhof benannte Baader-Meinhof-Gruppe. Nach der Studentenrevolte der 60er Jahre konzentrierte diese "erste Generation" ihre Gewalttaten bis 1972 vor allem auf US-amerikanische Einrichtungen. Hauptmotiv: der Vietnam-Krieg. Als der Staat den "harten Kern" der Gruppe nach massivem Ausbau des Fahndungsapparats gefasst hatte, war diese Phase zu Ende.
Ohne erkennbare politische Motivation setzte die "zweite Generation" die Terrorserie fort. Als Anführer gelten Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. Ihr Hauptanliegen wurde die Befreiung der "ersten Generation" aus der angeblichen Isolationshaft. Die erste spektakuläre Aktion war der Überfall auf die deutsche Botschaft in Stockholm 1975. Als sich der Staat 1977 auch nicht mit der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer und einer Lufthansa-Maschine erpressen ließ, begingen die Terroristen Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Gefängnis Stuttgart-Stammheim Selbstmord. Schleyer wurde daraufhin von seinen Entführern ermordet.
Danach formierte sich eine "dritte Generation" der RAF mit einer gut abgeschotteten und namentlich kaum bekannten "Kommandoebene". Auf ihr Konto sollen mehrere professionell geplante Morde gehen - etwa an dem MTU-Vorstandschef Ernst Zimmermann (1985), dem Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts, dem Bonner Spitzendiplomaten Gerold von Braunmühl (beide 1986), Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991). Bis heute wissen die Ermittler in keinem dieser Fälle, wer genau die Täter waren.
(apa)
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