Alle lieben Knut: Berliner Eisbärbaby stahl den "großen Tieren" in Berlin die Show
- Sogar EU-Kommissar Frattini besuchte den Bären
- Über 20.000 Menschen wollten den süßen Knut sehen
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Das Eisbärbaby Knut hat den "großen Tieren" beim Europa-Gipfel in Berlin die Show gestohlen. "Bei uns im Zoo ist Riesenvolksfest. Es ist alles noch viel toller als damals bei Pandabärin Yan Yan", sagte Zoologe Heiner Klös vor dem Bärenfelsen im Zoologischen Garten, wo der schneeweiße Knuddelbär wieder vor Tausenden von begeisterten Menschen putzmunter herumtobte.
Mehr als 20 000 Menschen schauten sich an einem prächtigen Frühlingswochenende den neuen Publikumsliebling an. Die Schlangen an den Zoo-Kassen reichten mehrere hundert Meter bis zum Kurfürstendamm.
Frattini besuchte Knut persönlich
Und sogar im Pressezentrum des Europa-Gipfels zum 50. Geburtstag der Europäischen Union lauteten die Fragen der internationalen Medienvertreter nicht: "Was macht Angela Merkel?", sondern: "Wie geht es Knut? Wie kommen wir zum Zoo?" Der italienische EU-Justizkommissar Franco Frattini ließ es sich nicht nehmen und besuchte Knut persönlich. "Das ist eine große Ehre für uns", sagte Klös. Der frühere Präsident der Europäischen Kommission verließ extra das vorgesehene Festprogramm zum 50. Geburtstag der Europäischen Union.
Zwei Stunden "Showtime" pro Tag
Knut erfüllte alle Erwartungen. Das Bärenkind kugelte auf dem Rasen umher, verbiss sich in ein rotes Tuch, das sein Ziehvater Thomas Dörflein wie ein Torero schwang, stolperte tapsig über Baumstämme und machte einen Bauchklatscher ins Gewässer der Felsenanlage. Täglich zwischen 11.00 Uhr und 13.00 Uhr wird Knut jetzt im Gehege der vorübergehend ausquartierten Brillenbären zu sehen sein. Schon mehr als eine Stunde vor Beginn des Auftritts waren alle guten Plätze komplett besetzt.
"Die Menschen sind alle so glücklich"
"Wir sind darauf eingestellt, dass dieser Andrang noch wochenlang anhält", sagte Bären-Kurator Klös. "Die Menschen sind alle so glücklich, so habe ich sie hier noch nie gesehen", sagte Tierarzt Andre Schüle.
Geschäfte gehen glänzend
Der Zoo, der jährlich von rund 2,3 Millionen Menschen besucht wird, erwartet dank Knut etwa 300.000 Gäste zusätzlich. Dies bedeutet Mehreinnahmen von etwa drei Millionen Euro. Der Zoo-Eintritt kostet für einen Erwachsenen elf Euro. Auch die Geschäfte am Rande gehen glänzend. Schneeweiße Plüschbärchen fanden reißenden Absatz. Das "große" Exemplar von Knuts Ebenbild war am Sonntag ausverkauft. Die Direktion hat sich inzwischen den Eisbärnamen Knut als Marke schützen lassen.
Live-Übetragungen im Fernsehen
Auch im Fernsehen ist Knut längst zum Weltstar aufgestiegen. Sein erster Auftritt, zusammen mit "Patenonkel", dem deutschen Umweltminister Sigmar Gabriel, wurde von mehreren TV-Sender live übertragen. Beim Start einer Knut-Serie am Samstag im ARD-Programm sahen am frühen Vormittag rund 900.000 Zuschauer zu, ein Marktanteil von 14,7 Prozent.
Knut ist "fit und stabil"
Knut macht der ganze Wirbel laut Tierarzt Schüle nicht viel aus. "Er ist fit und stabil, nur die vielen neuen Gerüche irritieren ihn etwas, aber das ist alles ein großes Abenteuer für ihn." Vielleicht ist es ein Glück, dass Bären recht kurzsichtig sind, mit den Augen nimmt Knut den Rummel um ihn deshalb kaum wahr, sagen die Experten.
(apa/red)
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