Britische Seeleute Tauschobjekt für Iraner: Teheran will fünf Soldaten freibekommen
- Fünf Iraner im Gewahrsam von US-Streitkräften
- Teheran will Anklage gegen die Briten erheben
·Iran hält britische Soldaten weiter fest
EU fordert sofortige Frei- lassung der 15 Briten
·Irans Marine hält 15 britische Soldaten fest
London fordert sofortige Freilassung der Matrosen
·UNO-Sicherheitsrat: Neue Iran-Sanktionen!
Waffenembargo, strenge Finanzsanktionen nun fix
Die von iranischen Soldaten festgenommenen 15 britischen Seeleute sollen nach Angaben der in London erscheinenden arabischen Zeitung "Al-Sharq al-Awsat" ("Mittlerer Osten") ein Pfand im Austausch gegen fünf Iraner im Gewahrsam der US-Streitkräfte sein. Unterdessen wurde bekannt, dass der Iran die 15 Briten anklagen will. Bei den festgenommenen Seeleuten handelt es sich um 14 Männer und eine Frau.
Wie das Blatt nach Angaben der "Jerusalem Post" (Online-Ausgabe) schrieb, seien die Seeleute von den Revolutionsgarden und den Al-Quds- (Jerusalem-)Brigaden mit der Absicht festgenommen worden, fünf Iraner, die im iranischen Konsulat von Arbil im Nordirak von US-Soldaten gefangen genommen worden waren, freizubekommen. "Al-Sharq al-Awsat" berief sich dabei auf einen iranischen Beamten.
Ein hochrangiger iranischer Armeeangehöriger erklärte dazu, die Entscheidung, die Soldaten gefangen zu nehmen, sei bei einer Dringlichkeitssitzung des iranischen Sicherheitsrates am 18. März getroffen worden. Die Sitzung sei einberufen worden, nachdem Al-Quds-Kommandant Kassem Suleimani dem Chef der iranischen Streitkräfte, Generalmajor Hassan Firouz Abadi, Bericht erstattet habe.
Laut "Al-Sharq al-Awsat" warnte Suleimani Abadi, dass die Operationen der Al-Quds und Revolutionsgarden wegen der Festnahmen hochrangiger Al-Quds-Angehöriger in Arbil gefährdet seien, weil die Amerikaner dadurch Einblick in die Planungen gewinnen könnten. Die Festgenommenen könnten wichtige Informationen preisgeben.
Iran will Briten anklagen
Der Iran hat die Forderungen Londons und der EU nach Freilassung der Marineanhörigen zurückgewiesen und will Anklage gegen sie erheben. Nach ihrem "Geständnis", in einem "Akt illegaler Aggression" in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein, werde nun Anklage gegen sie erhoben, sagten Regierungsvertreter in Teheran nach Berichten der britischen Zeitung "The Observer" und der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Mohammad Ali Hosseini, erklärte, die Briten würden "illegaler und verdächtiger Aktivitäten" beschuldigt. Laut "Observer" wurde ihnen damit de facto Spionage vorgeworfen.
Der hochrangige iranische General Ali-Reza Afshar erklärte, die Festnahme der 15 Briten durch die Revolutionsgarden sei ein Zeichen für die "Bereitschaft der iranischen Streitkräfte, das Land jederzeit zu verteidigen." Die Festnahme fand nach iranischen Angaben im Seegebiet von Arvandroud an der Nordküste des Persischen Golfes statt.
Auch Frau festgenommen
Ein iranischer Regierungsvertreter sagte der iranischen Nachrichtenagentur FARS, bei den Verdächtigen handle es sich um 14 Männer und eine Frau. Sie seien zu weiteren Verhören nach Teheran gebracht worden. Es gebe Dokumente und Beweise, darunter anhand der GPS-Ausrüstung, dass die Briten bewusst in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen seien.
Die Regierung in London betont hingegen, die acht Matrosen und sieben Marinesoldaten seien widerrechtlich in irakischen Hoheitsgewässern gefangen genommen worden. Auch die Europäische Union hat von der iranischen Regierung die umgehende Freilassung der britischen Seeleute verlangt, die im Shatt al-Arab Schiffe kontrolliert hatten.
Angesichts des neuen Beschlusses des Weltsicherheitsrates, wegen des iranischen Atomprogramms verschärfte Sanktionen gegen Teheran zu verhängen, erhält die bilaterale Krise zwischen der Islamischen Republik und Großbritannien erhöhte Brisanz.
(apa/red)
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