Sonntag, 25. März 2007

Schweres Beben vor der Küste Japans: Mindestens eine Tote & rund 150 Verletzte!

  • Strom, Telefon, Wasser & Zugverkehr unterbrochen
  • Seismologe: Region nicht besonders erdbebenanfällig

Nach dem schweren Erdbeben vor der Nordküste von Japan ist die Zahl der Opfer weiter gestiegen. Ein Mensch wurde beim Erdstoß der Stärke 6,9 getötet, 150 weitere Personen verletzt. Die Tsunami-Warnung für die Küste der Präfektur Ishikawa wurde jedoch bereits nach einer Stunde wieder aufgehoben.

Das Beben brachte Gebäude ins Schwanken, löste Erdrutsche aus und führte zu Unterbrechungen der Strom-, Telefon- und Wasserversorgung. Viele der Verletzten wurden von herabfallenden Gegenständen oder Glassplittern getroffen. Das Erdbeben löste auch zahlreiche Erdrutsche aus. Hunderte Häuser wurden stark beschädigt; Straßen brachen ein.
Der Zugverkehr in Ishikawa und der Nachbarpräfektur Toyama wurde eingestellt. Bei den Flugverbindungen mit Tokio kam es zu Verspätungen.

Frau von Laterne erschlagen
Die Regierung bestätigte den Tod einer 52-jährigen Frau, die einem Rundfunkbericht zufolge von einer Laterne erschlagen wurde. Kabinettsminister Yasuhisa Shiozaki kündigte die Entsendung von Polizisten und Soldaten zur Unterstützung der Betroffenen an.

Der Seismologe Takeshi Hachimine sagte, die betroffene Region gehöre nicht zu den besonders erdbebengefährdeten Gebieten. Das letzte größere Beben dort ereignete sich bereits 1933; damals kamen drei Menschen ums Leben. Hachimine warnte vor Nachbeben.

Risse und Wellen in Straßen
In der rund 60.000 Einwohner zählenden Stadt Nanao auf der Halbinsel Noto gingen bei den Rettungsdiensten zahlreiche Anrufe von Menschen ein, die Verletzungen oder Verbrennungen erlitten hatten, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Ein örtlicher Behördenvertreter sagte dem Fernsehen, er habe Risse und Wellen in Straßen gesehen. "Bücher fielen aus den Regalen. Es war das schwerste Beben, das ich je erlebt habe", sagte ein Behördenvertreter. Das Zentrum des Bebens lag Kyodo zufolge in 50 Kilometer Tiefe unter dem Meeresboden vor Noto.

Weitere Erdbeben im Pazifik
Auch die Vanuatu-Inseln im Pazifik wurden von zwei schweren Beben erschüttert. Die Erdstöße erreichten die Stärke 6,0 und 7,2. Bewohner der Küstenregionen wurden vorsichtshalber ins Landesinnere gebracht, wie die Behörden mitteilten. Das Epizentrum des stärkeren Bebens lag 335 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Port Vila und 115 Kilometer südlich der kleinen Vulkaninsel Tanna.

Erdbeben sind in Japan häufig, da das Land in einer der seismisch aktivsten Regionen der Erde liegt. 1995 wurden bei einem Beben der Stärke 7,3 in der Stadt Kobe mehr als 6.400 Menschen getötet. 2004 kamen in der nordjapanischen Region Niigata 65 Menschen bei einem Beben der Stärke 6,8 ums Leben, mehr als 3000 wurden verletzt. (apa/red)

25.3.2007 08:47