Sicherheitsoffensive in Frage gestellt: Iraks
Bevölkerung leidet unter Militärpräsenz
- Irakische Opposition glaubt nicht an Erfolg der Aktion
- Raketenangriff bei Spontan-Besuch von Ban Ki Moon

·Bluttat im Irak: Fünf Jahre für US-Soldaten
14-Jährige vergewaltigt und Familie ausgelöscht
·Ereignisse im Irak seit der US-Invasion
KLICKEN: Chronologie
der wichtigsten Eckpunkte
·Saddam-Vize wurde am Galgen gehängt
Hinrichtung am 4. Jahres-
tag der Irak-Invasion
·Fahrlässige Tötung: US-Soldat schuldig
An Tod von 3 irakischen Gefangenen beteiligt
·Neues Lebenszeichen von Bert Nussbaumer!
Irak: Angeblich Liste mit Geisel-Namen entdeckt
·Kinder des Krieges: Albträume, Tod & Leid
NEWS: Eine Generation im Irak wird traumatisiert
Die jüngste Sicherheitsoffensive der USA und der irakischen Armee im Raum Bagdad hat den Einwohnern der Hauptstadt eine kleine Atempause verschafft. Der Vorsitzende der sunnitischen Oppositionspartei Nationale Dialogfront, Al-Mutlak, räumte ein, dass die Zahl der Anschläge durch die Sicherheitsmaßnahmen deutlich zurückging. Er rechnet jedoch nicht mit langfristigen Erfolgen.
Grund sei, dass weder die irakischen Sicherheitskräfte noch die US -Armee dauerhaft so viele Soldaten wie derzeit in den Straßen von Bagdad postieren könnten. Auch für die Bürger sei die extrem hohe Präsenz von Polizei und Armee nur schwer zu ertragen, sagte Mutlak. "Die amerikanische Führung hält den Sicherheitsplan für ihre letzte Chance und sie denkt, dass er den Weg für den Rückzug (der Truppen) bereiten wird, und an etwas anderes will sie auch gar nicht denken." Der Oppositionspolitiker, dessen Partei mit elf Abgeordneten im Parlament vertreten ist, erklärte, das Land brauche nicht nur Sicherheitsmaßnahmen, sondern politische Einigungen.
Die Nationale Dialogfront und 31 weitere Parteien und Bürgerbewegungen forderten vorgezogene Neuwahlen, weil die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Al-Maliki nicht in der Lage sei, für Stabilität zu sorgen. Dies könne nur einer Regierung gelingen, die sich von den Konflikten zwischen Sunniten und Schiiten fern halte.
Raketenangriff bei Besuch von Ban Ki Moon
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ist bei seinem nicht angekündigten Besuch in Bagdad offenbar nur knapp einem Raketenangriff entgangen. Ein Geschoß schlug 50 Meter von ihm entfernt ein, als er gerade mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki in der vom Militär hermetisch abgesperrten "Grünen Zone" sprach. Ban zuckte zusammen, suchte kurz Schutz hinter einem Podium und wurde nicht verletzt. Der Verputz rieselte von der Decke, als die Rakete explodierte. Zwei Wagen wurden beschädigt. Der Krater war rund einen Meter tief. Die Rakete war offenbar von der anderen Seite des Flusses abgefeuert worden.
US-Armee verhaftet al-Sadr-Vertrauten
Die US-Armee hat im Zusammenhang mit der Entführung und Tötung von fünf US-Soldaten nach eigenen Angaben einen engen Vertrauten des radikalen Schiitenpredigers Muktada al-Sadr festgenommen. Kais Khasaali, sein Bruder und einige weitere seiner Anhänger seien in den vergangenen Tagen von den Koalitionsstreitkräften in den Städten Basra und Hilla aufgegriffen worden, teilte das Militär mit. Die Gruppe sei direkt für den Tod der Soldaten verantwortlich. Die Täter hatten sich bei dem Angriff als US-Soldaten verkleidet und sprachen Englisch. Die "Mahdi-Armee", wie sich die Miliz der Sadr-Bewegung nennt, wird verdächtigt, an der systematischen Entführung und Ermordung von Sunniten beteiligt zu sein. Die Sadr-Bewegung, die vor allem in den städtischen Armenvierteln viele Anhänger hat, ist mit sechs Ministern in der Regierung in Bagdad vertreten. Nach Angaben der US-Armee hält sich Sadr schon seit Wochen im Iran auf, was dessen Anhänger bestreiten.
Gefechte südlich von Basra
In der südlichen Ölmetropole Basra ist es zu Gefechten zwischen rivalisierenden Schiiten-Gruppen gekommen. Augenzeugen berichteten von Schüssen und Explosionen im Stadtzentrum. Ein irakischer Behördenvertreter sagte, es gebe offenbar Unstimmigkeiten zwischen der Fadhila-Gruppierung und der "Mahdi-Armee". Ein Sprecher des britischen Militärs erklärte, die internationalen Streitkräfte seien alarmiert. Erst vor zwei Tagen waren die britischen Soldaten aus ihrem Stützpunkt im Zentrum von Basra abgezogen. Die einheimischen Behörden berichteten am Donnerstag auch von einem Gefangenenaufstand in einem von den Briten betriebenen Gefängnis in der Nähe von Basra.
Waffenlager bei Razzia entdeckt
Bei einer Großrazzia in Bagdad haben irakische und US- Soldaten Fässer mit Chlorgas und Salpetersäure sowie Waffenlager entdeckt. Wie die US-Armee weiter mitteilte, wurden 31 Menschen festgenommen. An der Razzia waren 1600 Soldaten beteiligt, die auf der Suche nach Terrorverdächtigen und Waffen ein Haus nach dem anderen durchkämmten, hieß es.
(apa/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
