Dienstag, 20. März 2007

Jeder vierte Bürger enttäuscht von Wende: Ungarn stoßen neue Entwicklungen auer auf

  • Ängste vor Extremismus und Einwanderern steigen

Vier von zehn Ungarn sind hinsichtlich der Ergebnisse der politischen Wende enttäuscht. Denn ihre Hoffnungen hinsichtlich des politischen und wirtschaftlichen Wandels wurden nicht erfüllt, konstatiert das Ergebnis einer Umfrage der Marktforschungsinstituts Hungarian. Dabei ginge es nicht vor allem um private Probleme der Befragten, sondern die Schwierigkeiten in Politik und Wirtschaft. Von 14 auf 26 Prozent stieg die Zahl jener, die "sehr enttäuscht" sind von der Wende und meinen, keine ihrer Hoffnungen sei erfüllt worden.

2003 meinten noch 53 Prozent, die "Welt nicht mehr zu verstehen". Nun sind es bereits 64 Prozent. 80 Prozent fordern angesichts der "Aussichtslosigkeit" eine Drosselung des Konsums. 20 Prozent wiederum "leben nur für den Tag".

Dabei hat sich der Einfluss von privaten Problemen abgeschwächt. Im Vergleich zu 2003 befassen sich die Menschen nicht mehr vorrangig mit Themen wie Einsamkeit oder Arbeitslosigkeit.

Von 55 auf 67 Prozent wuchs die Zahl jener an, die Angst haben vor einer schlechten Wirtschaftentwicklung.

Von 42 auf 47 Prozent erhöhte sich wiederum die Zahl jener, die Besorgnisse hegen wegen der Stärkung des Extremismus. Von 38 auf 44 Prozent stieg die Zahl der Menschen, die wegen ausländischen Einwanderern Ängste haben.

(apa/red)

20.3.2007 07:56