Montag, 19. März 2007

Hat er Schauspielerin in LA erschossen? Mordprozess gegen Musiker Phil Spector

  • Grünes Licht für Fernsehkameras im Gerichtssaal

Der Mordprozess gegen den amerikanischen Plattenproduzenten Phil Spector ist in Los Angeles mit der Jury-Auswahl eröffnet worden. Seitens des Superior Court hieß es, dass mit der persönlichen Befragung der Kandidaten am 16. April begonnen werde. Dem 66-jährigen Musikproduzenten wird vorgeworfen, im Februar 2003 in seiner Villa die Schauspielerin Lana Clarkson (40) erschossen zu haben.

Spector befindet sich seit der Anklage im September 2004 gegen eine Kaution von einer Million Dollar (rund 750.000 Euro) auf freiem Fuß. Der 66-Jährige hat wiederholt erklärt, er sei unschuldig, Clarkson habe sich selbst erschossen. Allerdings soll er nach Aussage eines Polizisten unmittelbar nach der Tat gestammelt haben, "ich wollte sie nicht erschießen - es war ein Unfall".

Spector hat schon zwei Mal ein neues Team von Anwälten engagiert und damit den Prozessauftakt immer wieder verzögert. Richter Fidler gab inzwischen grünes Licht für Fernsehkameras in seinem Gerichtssaal. Damit wird der Mordprozess gegen Spector das erste Verfahren gegen einen Prominenten vor laufender Kamera seit dem TV- Spektakel um den des Doppelmordes verdächtigten Footballstars O.J. Simpson 1995.

Spector hatte mit Elvis Presley, The Ronettes und den Beatles gearbeitet. Sein Ansehen verdankt er vor allem der genialen "Wall of Sound"-Aufnahmetechnik, die er in den 60er Jahren für Hits wie "Be My Baby" und "Chapel Of Love" entwickelte. Er komponierte "River Deep Mountain High" und verhalf damit Tina Turner zum weltweiten Durchbruch. 1989 wurde Spector für seine Verdienste in die "Rock 'n' Roll Hall of Fame" aufgenommen. Musikern zufolge spielte Spector in seinem Studio häufig mit geladenen Pistolen. (APA/red)

19.3.2007 20:34