Geheimtreffen zu Eurofightern: Minister Darabos sprach mit Eurofighter-Chef Rauen
- Heftiges Schreiduell im Eurofighter-U-Ausschuss
- "Airchief" Wolf fuhr privat zum Jungfernflug des Jets
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In NEWS: "Offensichtlich schlampig gearbeitet"
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beim Jungfernflug
BILDER: Für den Testpilot
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Abstimmen: Sind Sie für Ausstieg aus Kaufvertrag?
Das geheime Treffen zwischen Verteidigungsminister Darabos und Eurofighter-Chef Aloysius Rauen hat drei Stunden gedauert. Über den Inhalt wurde Vertraulichkeit vereinbart, hieß es aus dem Ministerium. Ab nächster Woche werde man in eine "intensive Verhandlungsphase" treten. Am Liefer- und Produktionsplan für die österreichischen Flieger ändert sich damit aber nichts.
Dieser sei "selbstverständlich" weiter aufrecht, teilte der Produzent mit. Die Unterredung fand irgendwo in Wien statt, über den Inhalt wurde Vertraulichkeit vereinbart. Im Ministerium sprach man von einem "konstruktiven Gespräch". Ab nächster Woche solle es weitere Verhandlungen mit Eurofighter geben.
Schreiduell im U-Ausschuss
Die Eurofighter hatten erneut den U-Ausschuss beschäftigt. Zu Beginn des Ausschusses kam es vor der Befragung von Werbe-Spezialist Rumpold zu einem Schreiduell zwischen der ÖVP-Fraktionsvorsitzenden Fekter und Ewald Stadler, woraufhin die Sitzung unterbrochen werden musste.
"Verständigen Sie endlich einen Arzt"
Stadler hatte auf wiederholte Zwischenrufe Fekters bei der Befragung von BZÖ-Werber Rumpold gemeint, "bitte verständigen Sie endlich einen Arzt". Dies trug naturgemäß wenig zur Beruhigung bei, Fekter warf Stadler "faschistische Äußerungen" vor. Ein heftiges Geschrei zwischen den beiden führte schließlich zu einer Sitzungsunterbrechung. Die Beteiligten erhielten einen Ordnungsruf vom Vorsitzenden Pilz.
96.000 Euro teure Pressekonferenz
Eine Pressekonferenz mit "Törtchen" und Pressemappen im ehemaligen Verteidigungsministerium um 96.000 Euro stand dann im Mittelpunkt der Befragung von Gernot Rumpold im Eurofighter-Untersuchungsausschuss. Der frühere FPÖ-Bundesgeschäftsführer und BZÖ-Werber konnte sich daran nicht genau erinnern, da es damals viele Pressekonferenzen gegeben habe. Der Grüne Ausschussvorsitzende Pilz sprach von möglichen "Scheinrechnungen".
Wolf ließ sich Jungfernflug nicht entgehen
"Airchief" Erich Wolf wollte sich offensichtlich den Jungfernflug des ersten österreichischen Eurofighters auf keinen Fall entgehen lassen. Da ihm eine Dienstreise von Darabos verwehrt wurde, ist er gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Knoll privat - und nicht in Uniform - mit dem Auto zur EADS-Werkstatt im bayrischen Manching gefahren. Das sagte Knoll bei seiner Befragung im Eurofighter-Untersuchungsausschuss.
Fotos präsentiert
Stolz präsentierte der Beamte den Abgeordneten ein Foto vom Eurofighter-Erstflug. Den ÖVP-Abgeordneten war dies einen Applaus wert. Nachdem er fünf Jahre an dem Eurofighter-Projekt gearbeitet habe, sei der Flug des Jets wie der "erste Schrei eines Kindes" für ihn gewesen. Offiziell war das Bundesheer bei dem Jungfernflug lediglich durch Techniker vertreten.
Knoll nach dreieinhalb Stunden entlassen
Andreas Knoll, Beamter aus dem Verteidigungsministerium, ist nach dreieinhalb Stunden aus seiner Befragung im Eurofighter-Untersuchungsausschuss entlassen worden. Thematisiert wurden unter anderem die noch fehlenden Lizenzen für die Jets. Knoll meinte dazu, es entziehe sich seiner Kenntnis, wer für diese Causa im Verteidigungsministerium genau verantwortlich sei. Er sei "noch optimistisch", dass Österreich die Lizenzen rechtzeitig erhalte. Gegen Ende der Befragung wurde die Öffentlichkeit auf Wunsch des Zeugen von der Sitzung ausgeschlossen.
Anlass für die kurze vertrauliche Befragung waren Fragen zu einem Mail, das Knoll dem ehemaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) geschrieben haben soll. Als er nach Details und etwaigen anderen Mails an Schlüsselfiguren im Rahmen des Eurofighter-Deals gefragt wurde, beantragte der Zeuge die Vertraulichkeit.
Im öffentlichen Teil meinte Knoll zunächst noch scherzhaft, er fühle sich sehr geehrt, dass man von ihm annehme, er kenne den jetzigen ÖVP-Klubobmann persönlich, dies sei aber nicht der Fall. "Ich kenne ihn nur aus dem Fernsehen", meinte der Brigadier. Später fügte er aber hinzu, dass er Schüssel im Jahr 2002 ein Mail geschrieben habe. Außer Glückwünschen zur Eurofighter-Entscheidung konnte er sich aber nicht mehr an dessen Inhalt erinnern.
(apa/red)
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