Europaskepsis ist "uncool": Austritt aus der EU für Österreichs Jugend kein Thema
- 95 Prozent der unter 25-Jährigen für Mitgliedschaft
- In der "Kriegsgeneration" nur 56 Prozent dafür

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Politiker klagen immer wieder über die Europaskepsis unter den Jugendlichen, weil sie den europäischen Einigungsprozess als Antwort auf die Verwüstung des Kontinents durch nationalistische Politik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angeblich nicht nachvollziehen können. Dabei ist es gerade Österreichs Jugend, die der EU-Mitgliedschaft des Landes am positivsten gegenübersteht, wie eine präsentierte Umfrage der österreichischen Gesellschaft für Europapolitik zeigt.
95 Prozent der Befragten unter 25 Jahren sprachen sich demnach für einen Verbleib Österreichs in der EU aus, während es innerhalb der Gesamtbevölkerung lediglich 68 Prozent waren. 25 Prozent aller Österreicher treten laut der im Februar und März an 1009 Personen durchgeführten Telefonumfrage für einen Austritt aus der EU ein, unter den Jugendlichen sind es fünf Prozent.
Größte Skepsis in Kriegsgeneration
Die größte Europaskepsis legt ausgerechnet die Kriegsgeneration an den Tag. So befürworten 34 Prozent der Personen über 66 Jahren einen Austritt Österreichs aus der Europäischen Union. 56 Prozent der spätestens vier Jahre vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs Geborenen treten für eine Beibehaltung der EU-Mitgliedschaft ein. Unter den 26- bis 35-Jährigen sind 84 Prozent für eine EU-Mitgliedschaft Österreichs und 15 Prozent dagegen, bei den 36- bis 50-Jährigen fällt die Zustimmung auf 75 zu 20 Prozent und bei den 51- bis 65-Jährigen auf 65 zu 27 Prozent.
Männer positiver als Frauen
Männer stehen der EU-Mitgliedschaft Österreichs positiver gegenüber als Frauen. Während sich 75 Prozent der Männer für einen Verbleib Österreichs in der EU aussprachen, bejahten lediglich 62 Prozent der Frauen diese Frage. Erwartungsgemäß ist die Zustimmung zur österreichischen EU-Mitgliedschaft unter Akademikern und Maturanten (81 zu 14 bzw. 15 Prozent) größer als unter Berufsschulabsolventen (63 zu 31 Prozent) und Personen mit Pflichtschulabschluss (46 zu 40 Prozent).
Zustimmung verändert sich kaum
In den vergangenen vier Jahren veränderte sich die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft Österreichs kaum. Sie lag zwischen 68 und 70 Prozent, berichtet die Gesellschaft für Europapolitik unter Berufung auf die seit 1995 alljährlich durchgeführte Befragung. Die höchste Zustimmung wurde in den Jahren 1999 (82 Prozent) und 2002 (80 Prozent) erreicht, der Tiefpunkt im Jahr des EU-Beitritts 1995 (60 Prozent).
Drei Einstellungsmuster
Die Meinungsforscher machen drei grundlegende Einstellungsmuster in Bezug auf die EU unter den Österreichern aus, EU-Befürworter (46,5 Prozent), EU-Skeptiker (14,5 Prozent) und "EU-Ambivalente" (39 Prozent). Diese bezeichnen den EU-Beitritt des Landes zwar als falsch, spricht sich aber ebenfalls gegen einen Austritt aus der Union aus, während EU-Befürworter und EU-Skeptiker beide Fragen bejahen bzw. verneinen. Nach Parteisympathie der Befragten gibt es unter den Grün-Sympathisanten proportional am meisten EU-Befürworter, die auch unter den ÖVP-Sympathisanten überwiegen. Von den SPÖ-Sympathisanten sind die meisten "EU-Ambivalente" und auch der Anteil der EU-Skeptiker ist deutlich größer als bei Personen, die ÖVP oder Grünen nahe stehen.
(apa/red)
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