Streit um Kinderbetreuungs-Plätze: Wie
groß ist Bedarf an Einrichtungen wirklich?
- AK und Bures fordern 50.000 zusätzliche Plätze
- Quoten: Große regionale Unterschiede in Österreich

·Österreicher gegen Gesamtschul-Modell
Meiste Umfragen geben Gegnern Startvorsprung
·Breite Ablehnung gegen "Müttergehalt"
Kdolsky, Leitl und Bures gegen Pröll-Vorschlag
In Österreich ist ein Streit über die Anzahl von Kinderbetreuungsplätzen entbrannt. Die Arbeiterkammer (AK) spricht von 50.000 Plätzen, zu deren Schaffung sich die damalige Regierung 2002 verpflichtet habe. Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer sprach im Ö1-"Mittagsjournal" diesbezügliche Bedenken an. Der Bedarf sei nicht belegt, außerdem könne man nicht über zusätzliche Plätze diskutieren "ohne Rücksicht auf Finanzierungen", so Mödlhammer.
Dass die Kinderbetreuungseinrichtungen in Österreich für die Drei- bis Fünfjährigen erheblich besser ausgebaut sind, als für jene für die unter Zwei-Jährigen hängt vermutlich mit der derzeit geltenden Kindergeldregelung zusammen, heißt es aus der Arbeiterkammer (AK). Die AK und Frauenministerin Doris Bures fordern die Einrichtung von zusätzlichen 50.000 Kinderbetreuungsplätzen. Damit soll das so genannte "Barcelona-Ziel" der EU - eine Kinderbetreuungsquote von 33 Prozent für die bis Zweijährigen bis 2010 - erreicht werden. Die Frage der Finanzierung blieb bis jetzt allerdings unbeantwortet. So verwies Gesundheits- und Familienministerin Andrea Kdolsky auf die Länder, die man ins Gespräch miteinbeziehen müsse. Bures will alle Beteiligten - Bund, Länder, Gemeinden und Sozialpartner - "an einen Tisch bringen".
In Österreich gibt es deutliche regionale Unterschiede, was den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen betrifft. So ist Wien bei den unter Zwei-Jährigen absoluter Spitzenreiter: laut Statistik Austria betrug die Kinderbetreuungsquote in dieser Altersgruppe im Jahr 2005 in der Bundeshauptstadt 22,1 Prozent. Zum Vergleich: der gesamtösterreichische Durchschnitt beträgt 10,2 Prozent. Die restlichen Bundesländer können mit Wien nicht mithalten, zweitbestes Bundesland ist das Burgenland mit nur mehr 13,4 Prozent, gefolgt von Tirol mit 10,4 Prozent. Alle anderen liegen unter dem gesamtösterreichischen Durchschnitt. Schlusslicht ist die Steiermark mit 4,5 Prozent.
Ein rapider Anstieg ist in allen Bundesländern bei den Kinderbetreuungseinrichtungen für Kinder von drei bis fünf Jahren zu verzeichnen. 82,7 Prozent haben in dieser Altersgruppe im gesamtösterreichischen Schnitt einen Betreuungsplatz. Auch hier unterscheiden sich die Quoten von Bundesland zu Bundesland. Anführer ist hier das Burgenland mit 96,4 Prozent, es folgen, Niederösterreich (88,7 Prozent) und Tirol (83,9). Am schlechtesten schnitten bei den Drei- bis Fünfjährigen Kärnten (72,8 Prozent) und die Steiermark (77,6 Prozent) ab.
(apa/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
