Freitag, 16. März 2007

Milder Winter lässt Wild in Österreich aktiv werden: Tiere sind schon jetzt unterwegs!

  • Autofahrer müssen aufpassen: Höhere Unfallgefahr
  • Auch höhere Waldschäden müssen befürchtet werden

Verfrühter Pflanzenaustrieb auf Grund der milden Temperaturen sowie geringe Schneemengen lassen das Wild in Österreich wieder aktiv werden. Auf der Suche nach Futter sind sie schon jetzt unterwegs. Unter anderem auf den Straßen, die sie auf der Suche nach Futter kreuzen, wie ein Mitarbeiter der Österreichischen Bundesforste sagte.

Im Vergleich zum Vorjahr sei ein deutlicher Rückgang der Futtermittel für die Winterfütterung festzustellen, was bedeutet, dass sich etwa Rehe ihre Nahrung vermehrt und früher als sonst auf natürliche Weise beschaffen. Ursache dafür sei einerseits das verfrühte Austreiben der Waldvegetation. Andererseits hätten geringe Schneemengen den Bewegungsraum der Tiere weniger als sonst eingeschränkt. Dies sei vor allem im Alpenraum feststellbar, wo der Schnee den Bewegungsradius von Wild gewöhnlich mehr einengt und diese im Winter in der Nähe von Fütterungsstellen bleiben lässt.

In diesem Zusammenhang warnten die Bundesforste die Autofahrer. Wenn sich Rehe vermehrt bewegen, kreuzen sie auch die Straßen häufiger. Vor allem zur Dämmerungszeit ist besondere Vorsicht geboten. Eine Stunde vor und nach der Dämmerung ist die Wahrscheinlichkeit umherziehender Tiere und ergo auch die Unfallgefahr durch Zusammenstöße am größten.

Als weiterer unangenehmer Nebeneffekt des milden Winters seien erhöhte Waldschäden zu befürchten. Während der Verbrauch von Futtermitteln zurückgegangen sei, könne man nicht annehmen, dass die Rehe weniger gefressen hätten. Stattdessen hätten sie sich lieber mit frischen Pflanzen versorgt. Wie groß das Ausmaß der Schäden, etwa in Jung- und Schutzwäldern, sei, könne man aber erst nach einem "Verbissmonitoring" sagen, mit dem im Frühjahr begonnen werde, so der Experte der Bundesforste.

(apa/red)

16.3.2007 17:25