Möglicher Einstieg bei DaimlerChrysler: Magna wird bald erste Gespräche aufnehmen
- Konzern aber laut Frank Stronach in "Zwickmühle"
- Bei Komplettkauf Konkurenz zur übrigen Kunden
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Verkaufsgespräche sind von "vitalem Interesse"
Der Autozulieferer Magna International nimmt diese Woche erste Gespräche über einen möglichen Einstieg bei DaimlerChrysler auf. Der Konzern befindet sich dabei laut Gründer Stronach in einer "Zwickmühle": Magna kann das Schicksal seines größten Kunden nicht egal sein, aber: Wird Magna durch einen Komplettkauf selbst Markenhersteller, wird das Unternehmen zum Konkurrenten seiner übrigen Kunden.
Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland kommt für Magna International daher eine Komplettübernahme nicht in Frage - Magna sei nur an der Engineering-Sparte von Chrysler interessiert. Magna macht deutlich mehr als zehn Prozent seines Umsatzes nur mit Chrysler. Neben zahlreichen Teilen, die man in die Chrysler- Produktion liefert, rollen im Magna Steyr-Werk in Graz komplette Chrysler-Autos vom Band - zehntausende Voyagers und Jeep Grand Cherokees.
In einem Interview mit der kanadischen "Globe and Mail" am Wochenende hatte Stronach darüber hinaus gesagt, dass Magna schon wegen der Bedeutung, die Chrysler für Magna habe, an Verhandlungen interessiert sein müsse. "Die Zwickmühle, in der wir uns befinden, ist, dass wir mit unseren Kunden nicht in Konkurrenz treten wollen."
Grundsätzlich wollte Stronach eine Totalübernahme von Chrysler nicht ausschließen. Er ließ sogar die Frage offen, ob sich Magna für einen solchen Deal verschulden könnte. Stronachs Konzern ist unüblich stark mit Eigenkapital finanziert, Magna hat praktisch keine Bankschulden.
Die Gespräche, die in den nächsten Tagen zwischen Chrysler und Magna stattfinden werden, sollen darüber entscheiden, ob sich Magna überhaupt weiter an dem Verkaufsprozess beteiligt und eine so genannte "Due Diligence"-Prüfung stattfindet, schreibt die FTD. Freilich ist nach wie vor offen, ob DaimlerChrysler seine US-Tochter überhaupt verkauft.(apa/red)
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