Montag, 12. März 2007

Austro-Nahrungsmittel als Exportschlager:
Ausland schätzt vermehrt unsere Produkte

  • 2006 haben sich Lebensmittel-Exporte verdreifacht
  • Besonders heimische Milch wird im Ausland beliebter

Österreich hat 2006 fast so viele Nahrungsmittel exportiert wie importiert. Die rot-weiß-rote Agrarhandelsbilanz ist damit bis auf 89 Mio. Euro fast ausgeglichen ausgefallen. Besonders erfolgreich entwickelt haben sich dabei heimische Milch- und Fleischprodukte. Nach Deutschland konnte der Export - von sehr hohem Niveau ausgehend - um weitere 6,4 Prozent gesteigert werden.

Österreich hat - wie viele andere entwickelte Länder - eine strukturell negative Agraraußenhandelsbilanz. Das liegt daran, dass viele Agrarerzeugnisse (Südfrüchte, Gewürze, Kakao, Kaffee, Reis, ...) in Österreich nicht gedeihen. Sie müssen importiert werden. Dennoch haben sich der Agrar- und Lebensmittelsektor das Ziel gesetzt, im Außenhandel möglichst bald ausgeglichen zu bilanzieren. Der Weg zum Erfolg soll über verstärkte Exporte höher verarbeiteter Lebensmittel führen.

Seit 1995 haben sich die heimischen Lieferungen ins Ausland verdreifacht. Österreich exportierte 2006 laut Daten des Fachverbandes der Nahrungs- und Genussmittelindustrie Waren im Wert von 6,6 Mrd. Euro in die Welt, um zehn Prozent mehr als 2005. Dem stehen Einfuhren von 6,69 Mrd. Euro gegenüber.

Vor allem Milch- und Milchprodukte werden exportiert
Milch und Milchprodukte machen den größten Brocken in der Exportstatistik Österreichs aus, wobei knapp die Hälfte auf Käse entfällt. Deutlich aufgeholt haben aber auch kleine Segmente wie Molkeprodukte, die im Jahresvergleich einen Zuwachs von 25 Prozent verbucht haben.

Zugelegt in der Statistik haben zudem die Exporte von Rind- und Schweinefleisch aus Österreich, um zwölf bzw. zehn Prozent gegenüber 2005. Weiter sehr beliebt im Ausland sind heimische Fleischzubereitungen, also Wurst, Wurstwaren und Speck. Das Produkt mit dem größten Star-Appeal ist dabei Speck, dem seit dem EU-Beitritt eine wertmäßige Verfünffachung gelang.

Österreichische Spezialitäten sind im Ausland sehr beliebt
Besonders eindrucksvoll sind die österreichischen Exporterfolge bei Lebensmitteln der höchsten Wertschöpfungsstufe. Zu den "Exportkaisern" zählen neben Energy-Drinks, Limonaden und Eistees die österreichischen Süßwaren sowie Feinbackwaren und Spezialitäten aus der österreichischen Mehlspeisküche. 2006 haben die Unternehmen der österreichischen Lebensmittelindustrie bei den Waren der höchsten Wertschöpfungsstufe erstmals die Schallmauer von einer Mrd. Euro Exportüberschuss deutlich durchbrochen.

Deutschland ist nach wie vor mit einem Exportvolumen von zwei Mrd. Euro der mit Abstand größte agrarische Außenhandelspartner Österreichs, gefolgt von Italien mit einem Volumen von 1,1 Mrd. Euro.
(apa/red)

12.3.2007 10:07