Freitag, 16. März 2007

FORMAT - ORF prüft Klage gegen YouTube:
Direktor Wrabetz: 'Geld brauchen wir immer'

  • Urheberrechtsverletzung bei zahlreichen Beiträgen?
  • Mit Google im Hintergrund nun Geldquelle anzapfbar

Und nun ist auch der ORF auf die Idee gekommen, das florierende Internet-Unternehmen YouTube zu klagen. Dort finden sich nämlich auch zahlreiche Beiträge, deren Copyright beim ORF liegt - die Palette geht dabei von Sequenzen aus der "Millionenshow" über Nachrichtensendungen, Comedy-Beiträge der "Donnerstag Nacht" bis hin zu Sportclips.

In einem FORMAT-Interview hatte ORF-Chef Alexander Wrabetz in der Vorwoche bereits angedeutet, dass der Sender gegen YouTube vorgehen könnte: "Anfangs war das eine Firma, die kein Geld hatte. Doch nun steht mit Google ein Großkonzern dahinter." Jetzt, nach der Klage durch Viacom, prüft der ORF rechtliche Schritte. Wrabetz: "Geld brauchen wir immer."

Viacom als Vorbild?
Auf YouTube, das seit einiger Zeit wohl angesagteste Filmportal im Internet, kommen harte Zeiten zu. Am 13. März brachte der Media-Konzern Viacom, zu dem unter anderem der Musiksender MTV gehört, Klage gegen YouTube und dessen Eigentümer Google ein. Konkret wirft Viacom den beiden vor, urheberrechtlich geschützte Inhalte von MTV auf YouTube abzuspielen. Ein Vorwurf, der im Netz leicht nachzuvollziehen ist - schließlich sind auf YouTube Tausende kurze Filmchen aus allen möglichen Fernsehsendungen zu sehen. Denn nach dem YouTube-Prinzip können alle Nutzer dort Clips für die Öffentlichkeit abspeichern, und davon sind viele bereits im TV gelaufen. Der Streitwert: immerhin eine Milliarde Dollar, umgerechnet 757 Millionen Euro. (FORMAT Nr. 11/07)

16.3.2007 17:25