Freitag, 16. März 2007

Kein Ende im Arbeitskonflikt bei KiK :
GPA-DJP wird Betriebsratswahl anfechten

  • Entlassener Filialleiter Fillei will weiter kämpfen
  • Nur Liste von Geschäftsführer-Assisenten kandidierte

Kein Ende im Arbeitskonflikt beim Textildiskonter KiK in Sicht: "Das Ergebnis der Betriebsratswahl bei KiK hat für die GPA-DJP keine Relevanz, da der Ausschluss der von Andreas Fillei angeführten Liste bereits als rechtswidrig anerkannt wurde", so der zuständige Sekretär in der Gewerkschaft der Privatangestellten Druck Journalisten Papier (GPA-DJP), Georg Grundei, am Freitag. Die Wahl werde daher unmittelbar nach Abschluss der Betriebsratswahl angefochten. Gestern, Donnerstag 15. März, endete die dreitägige aktive Betriebsratswahl bei KiK. Die Wahl per Wahlkarten läuft noch bis 22. März.

Der Ausschluss der Liste "Wir sind KiK", angeführt vom entlassenen Filialleiter Andreas Fillei, sei zu unrecht erfolgt, so Grundei. Im Beschluss des Arbeits- und Sozialgerichts Wien vom 12. März d. J. steht, dass die Entscheidung des Wahlvorstandes, die Liste nicht zuzulassen, jeder Rechtsgrundlage entbehre. Das Gericht habe zwar somit bestätigt, dass die Vorgangsweise des Wahlvorstandes rechtswidrig war, doch dies könne erst nach der Wahl im Zuge eines Anfechtungsverfahrens bekämpft werden.

"Wir hatten gehofft, den Weg einer Wahlanfechtung nicht gehen zu müssen und endlich Ruhe einkehren lassen zu können", so Andreas Fillei in einer Aussendung. "Die gesamte Situation rund um die Betriebsratswahl hat dem Image von KiK schwer geschadet. Wir haben das nicht gewollt, die Verantwortung liegt klar bei der Geschäftsführung und beim Wahlvorstand", sagt Fillei.

Die einzige Liste, die nun für die Wahl kandidiert, ist wie berichtet die des Assistenten der Geschäftsleitung, Martin Reischl. Würde sich die Liste Reischl einer demokratischen Wahl stellen, könnten sämtliche Vorwürfe, die jetzt in den Medien stehen, entkräftet werden, so Fillei.

Filleis Liste "Wir sind KiK" wurde wie berichtet wegen eines Formalfehlers nicht zur Betriebsratswahl zugelassen. Über Fillei wurde sogar ein Hausverbot erlassen, dass aber gerichtlich wieder aufgehoben wurde. Dass jetzt nur eine Liste bei der Betriebsratswahl kandidiert und diese auch noch von Assistenten der Geschäftsleitung angeführt wird, wurde zuletzt von der GPA-DJP als "Farce" bezeichnet.

Konditorei-Kette Aida wählt einen Betriebsrat
Im Arbeitskonflikt bei der Wiener Kaffee-Konditorei-Kette Aida wird am 12. April ein Betriebsrat gewählt. In der Auseinandersetzung um den geplanten Kollektivvertragswechsel verhandeln derzeit die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) und die Lebensgewerkschaft vida mit der Aida-Geschäftsführung, um drohende finanzielle Verluste für die Beschäftigten abzuwenden. (apa/red)

16.3.2007 11:46