Samstag, 17. März 2007

Der neue Boss am roten Sofa: Paul Koch, Kronprinz von Leiner im NEWS-Interview

  • Koch über seine Inthronisierung als Geschäftsführer
  • "Ich habe klein, als Verkaufsassistent, begonnen"

Paul Koch, der Kronprinz der Leiner-Gruppe, im NEWS-Gespräch über seine Inthronisierung als Geschäftsführer, neue Expansionspläne und sein Verhältnis zum Vater.

Die Möbelkette Kika/ Leiner bekommt einen neuen Chef: Paul Koch. Der 30-Jährige wird ab April als Prokurist eingetragen, zuständig für Marketing und Verkauf, und in spätestens zwei bis drei Jahren seinen Vater, Herbert Koch, 65, beruflich beerben und einen Familienbetrieb mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und 8.500 Beschäftigten übernehmen.

NEWS: Herr Koch, welche Funktion haben Sie bei Kika/Leiner?

Koch: Ich bin Prokurist und oberster Chef für Marketing und Verkauf.

NEWS: Im Firmenbuch sind Sie aber noch nicht als Prokurist eingetragen.

Koch: Ja, das passiert erst mit Anfang April.

NEWS: Haben Sie selbst entscheiden können, ob Sie im Familienbetrieb arbeiten wollen, oder wurde das vom Vater oktroyiert?

Koch: Das war mein Wunsch. Meine Eltern haben mir immer eine lange Leine gelassen. Im Unternehmen Verantwortung zu übernehmen, nur weil man verwandt ist, denselben Namen trägt oder dieselbe Nase hat, ist zu wenig. Bei uns hat jedes Familienmitglied das Recht, hier zu arbeiten, aber man muss sich auch beweisen.

NEWS: Wie kam es dann zu Ihrem Engagement?

Koch: Ich habe nach meinem Studium die Firma Mindconnect gegründet, eine Firma für die Erstellung von Homepages. Und knapp zwei Jahre später - also 2002 - habe ich meinen Vater gefragt, ob ich eine Chance bei Kika/Leiner bekommen könnte. Mein Vater bejahte das, und so bin ich als Assistent im Einkauf eingestiegen. Habe also klein begonnen.

NEWS: Wann genau werden Sie die Geschäftsführung des Konzerns übernehmen?

Koch: Mein Vater ist jetzt 65 Jahre und will loslassen. Und wenn meine Leistungen stimmen, dann werde ich in spätestens zwei bis drei Jahren das Unternehmen allein führen. Viele wichtige Entscheidungen lässt mich mein Vater aber jetzt schon treffen. Er ist in gewisser Hinsicht ein überaus aktiver Aufsichtsrat. Und so sieht er auch seine Rolle in der Zukunft. Ich habe jede Arbeitsfreiheit, und es freut ihn, wenn es ohne ihn funktioniert.

NEWS: Wie haben Sie den Familienbetrieb erlebt?

Koch: Ich bin hier am Sitz in der Wiener Mariahilfer Straße mehr oder weniger aufgewachsen. Die Eltern haben hier eine Wohnung gehabt. Nach der Schule kam ich ins Einrichtungshaus und spielte da Fußball oder Verstecken. Ich kenne manche Verkäufer und Geschäftsführer, die jetzt noch hier arbeiten, seit vielen Jahrzehnten. Viele von ihnen sind Ziehonkel oder Leihopas für mich gewesen. Jetzt bringen sie mir das Geschäft bei.

Das ganze Interview mit Paul Koch lesen Sie im aktuellen NEWS!

17.3.2007 10:11