Freitag, 16. März 2007

'Schlacht um Zukunft hat gerade begonnen':
Airbus-Protest in Frankreich & Deutschland

  • Zehntausende Mitarbeiter drohen offen mit Streik

Im Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze haben die Mitarbeiter in Frankreich und Deutschland den Druck auf Airbus erhöht. Sie drohten offen mit Streik, sollte das Management das Sparprogramm nicht mildern. "Die Schlacht um die Zukunft von Airbus hat gerade erst begonnen", sagte der Betriebsratsvorsitzende. Allein in Deutschland beteiligten sich fast 20.000 Beschäftigte an den Aktionen.

"Wir sind bereit für den Kampf", hieß es auf einem Transparent in Hamburg. Betriebsrats- und und Gewerkschaftsvertreter beklagten, die Airbus-Führung sei auf ihren 60 Fragen umfassenden Katalog nicht eingegangen. Sie wollen nun an Stelle des "Power8" genannten Sanierungsplans ein eigenes Konzept vorlegen.

An vielen Airbus-Standorten wurde zeitweise nicht gearbeitet. Airbus hatte wegen Lieferverzögerungen seines Großraumjets A380 im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben. Die Krise will der Konzern mit dem kompletten oder teilweisen Verkauf von sechs Werken und dem Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen bewältigen. In Frankreich sollen 4.700 Stellen wegfallen, womit das Land stärker betroffen ist als Deutschland, wo 3.700 Jobs gestrichen werden sollen. Weiter Stellen sollen auch in Großbritannien und Spanien abgebaut werden.

In Deutschland schlugen sich Politiker der betroffenen Bundesländer auf die Seite der Beschäftigten. Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff erklärte: "Wir werden uns einschalten, mit allen Möglichkeiten, die wir haben." Er forderte die Anteilseigner des Airbus-Mutterkonzerns EADS auf, sich stärker in der Pflicht zu fühlen und auf Renditen zu verzichten. (apa)

16.3.2007 16:35