Sonntag, 10. Juni 2007

Bio-Supermärkte boomen in Wien: Sieben der 22 Standorte in der Bundeshauptstadt

  • Bereits die Hälfte des Biofachhandels dort abgewickelt
  • Supermarktbetreiber: 'Potenzial für weitere Standorte'

Supermärkte, die ausschließlich auf Bioware setzen, boomen in Wien. Sieben der österreichweit 22 Geschäfte dieser Art befinden sich nach Auskunft des Verbandes "Bio Austria" in der Bundeshauptstadt. Bereits die Hälfte des Biofachhandels der Bundeshauptstadt werde dort abgewickelt, so die Schätzung. Laut Stefan Maran, Betreiber von drei Supermärkten in Wien, gibt es noch großes Potenzial für weitere Standorte.

"Es ist eine Frage der Zeit", sagte Maran: "Es wird einmal so sein, dass Wien zwölf oder 13 Standorte verträgt." Sein Bio-Supermarkt in Ottakring war 1998 der erste in Wien. Im Vorjahr habe sein Unternehmen mit insgesamt vier Standorten 10 Mio. Euro erwirtschaftet, ein Plus von 19 bis 20 Prozent gegenüber 2005. Noch besser sei der Jahresbeginn 2007 verlaufen: "Im Jänner und Februar gab es eine Steigerung von 25 Prozent."

Umsatz bei 50 Mio. Euro
Beim Handel mit Bio-Lebensmitteln sieht Maran - er ist auch Chef des Naturkost-Fachausschusses in der Wiener Wirtschaftskammer - nur noch die großen Handelsketten vor den Bio-Supermärkten. Bei "Bio Austria" schätzt man, dass der Umsatz des Wiener Bio-Fachhandels 2006 bei 50 Mio. Euro lag. Neben Maran ist in Wien auch "Biomarket" mit zwei sowie "basic" und "Livit" mit je einem Standort vertreten.

Anteil heimischer Produkte gar nicht so niedrig
Auch wenn argentinische Biobirnen oder slowenische Äpfel in den Supermarktregalen anderes vermuten lassen: Der Anteil heimischer Produkte ist laut "Bio Austria" im Frischebereich (von der Milch über Obst und Gemüse bis zum Brot) gar nicht so niedrig und soll auch noch steigen. Im Trockenbereich würden dagegen vor allem deutsche Produkte dominieren, was sich auf Grund der Stärke der Marken und der Preisgestaltung kaum ändern werde.

"Thema, das alle bewegt"
Maran gibt sich zuversichtlich, was die Entwicklung bei Bio-Lebensmitteln betrifft. "Vor zwanzig Jahren haben wir begonnen, da waren wir noch die Latzhosen tragenden Körndlfresser, die Biofreaks", sagte er: "Vor zehn Jahren waren wir dann die Durchgedrehten, die einen Biosupermarkt errichten wollten. Und heute kann man an Bio gar nicht mehr vorbeigehen. Es ist ein Thema, das alle bewegt."

Standorte wichtig
Wichtig sei die Wahl der Standorte, betont man bei "Bio Austria". Auch Maran musste eine Filiale im Arbeiterbezirk Floridsdorf wieder zusperren. Stattdessen eröffnete er ein Outlet im wohlhabenden Perchtoldsdorf südlich von Wien. Besonders gut laufen nach seinen Angaben die Standorte im (grün regierten, Anm.) Bezirk Neubau sowie unweit des Rochusmarktes im Bezirk Landstraße.

Preise derzeit zu hoch
Auch in dieser Hinsicht glaubt Maran aber an Veränderungen. "Derzeit sind die Preise zu hoch", meinte er: "Aber wenn man mehr produziert, könnte man den Konsumenten mit den Preisen entgegen kommen." Für das Allgemeinwohl könne das nur nützlich sein: "Glauben Sie mir, man kann nicht gesund genug essen", gab er sich überzeugt.

(apa/red)

10.6.2007 12:53