Dienstag, 13. März 2007

Ausländische Firmen betroffen: 30.000 legen in Vietnam ihre Arbeit nieder

  • Massenstreiks gegen magere Lohnerhöhungen

Massenstreiks haben in Vietnam die Produktion mehrerer ausländischer Firmen vorübergehend lahm gelegt. Mehr als 30.000 Menschen hätten in zwölf Fabriken in Dong Nai unweit von Ho- Chi-Minh-Stadt im Süden des Landes die Arbeit aus Protest gegen zu magere Lohnerhöhungen niedergelegt, teilte die Gewerkschaft mit.

Der Streik wurde indes gelöst, bis auf 1.400 Arbeiter seien alle wieder an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Die betroffenen Firmen, überwiegend in chinesischer und taiwanesischer Hand, waren für Stellungnahmen nicht zu erreichen.

Die meisten ausländischen Firmen heben die Löhne zum Mondneujahr (Tet), das im Februar gefeiert wurde, an. Manche seien aber äußerst zurückhaltend, sagte ein Gewerkschaftsfunktionär. Nach Zeitungsangaben verdient ein Arbeiter in der bestreikten chinesischen Firma Peaktop, wo Mützen und Taschen genäht werden, nur 40 Euro im Monat, etwas mehr als der Mindestlohn.

In den vergangenen fünf Jahren haben zahlreiche ausländische Firmen wegen der niedrigen Löhne Fabriken in Vietnam aufgemacht. In der südlichen Provinz Dong Nai arbeiten nach Schätzungen 280.000 Vietnamesen in 540 ausländischen Fabriken.

Schon im Jänner 2006 hatten 40.000 Arbeiter in der Gegend wegen zu niedriger Löhne gestreikt. Die kommunistische Regierung führte daraufhin den Mindestlohn von umgerechnet 33 Euro ein. (apa/red)

13.3.2007 13:02