Dienstag, 13. März 2007

Nahrungs- & Genussmittelindustrie weiter im Vormarsch: Sattes Umsatz-Plus erreicht!

  • Brau- & Süßwarenerzeuger sind am erfolgreichsten
  • Export gilt als treibende Kraft in Lebensmittelindustrie

Die österreichische Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist 2006 wieder gewachsen und hat sich dabei das große Potenzial im Export, vor allem in Osteuropa, zu Nutze gemacht. Nach jüngsten Daten des Fachverbandes der Nahrungs- und Genussmittelindustrie wurde ein Wachstum von 2,4 Prozent auf ein Produktionsvolumen von 6,47 Mrd. Euro erzielt. 2005 stieg der Umsatz der Branche um 1,9 Prozent auf 6,38 Mrd. Euro.

Zu den umsatzstärksten Branchen der österreichischen Lebensmittelindustrie (insgesamt 30 Berufsgruppen) gehören die Brauindustrie, die alkoholfreie Erfrischungsgetränkeindustrie, die Süßwarenindustrie, die Fleischwarenindustrie und die Fruchtsaftindustrie.

Exportquote steigt weiter
Treibende Kraft in der heimischen Lebensmittelindustrie ist nach wie vor der Export. Die Steigerung der Exportquote der Lebensmittelwirtschaft insgesamt (Industrie und Gewerbe) von zwölf Prozent im Jahr 1995 auf über 40 Prozent im Jahr 2006 unterstreicht die Erfolge bei der Belieferung von Auslandsmärkten mit typisch österreichischen Lebensmitteln, Getränken und Spezialitäten.

Der Anteil der Exporte von Erzeugnissen nur der Lebensmittelindustrie (ohne Gewerbe) am gesamten Produktionsvolumen erreichte 2006 bereits mehr als 62 Prozent. Maßgeblichen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte haben die österreichischen Exporteure von Limonaden, Eistees, Energy-Drinks, Süß- und Backwaren sowie sonstigen Lebensmittelzubereitungen.

Österreichische Produkte in 174 Länder exportiert
Mit den Vereinigten Staaten, der Schweiz, Russland und Kroatien befinden sich unter den besten 15 Ländern vier wichtige Drittstaaten im Export österreichischer Agrarwaren, Lebensmittel und Getränke. Insgesamt wurden im Jahr 2006 österreichische Agrarwaren, Lebensmittel und Getränke in 174 Länder der Welt exportiert. Das größte Wachstum von 2005 auf 2006 (plus 67,7 Prozent bzw. 273 Mio. Euro) konnte wieder bei den Exporten in die USA (hauptsächlich mit Red Bull, Anm.) festgestellt werden.

Hohe Standort- und Arbeitskosten, die aktuelle Rohstoffpreisentwicklung und der Preisdruck durch den Lebensmittelhandel sind auch 2006 die Problempunkte der österreichischen Lebensmittelindustrie gewesen. Steigerungen bei Transport- und Energiekosten, witterungsbedingte Einbußen sowie Verteuerungen bei vielen Rohwaren werden zusätzlich die Preissituation bei Nahrungs- und Genussmitteln verschärfen, so der Fachverband.

Österreich verzeichnet größte Handelskonzentrationen Europas
Die Handelskonzentration und damit die Verstärkung der Nachfragemacht des heimischen Handels beeinflusst auch weiterhin spürbar das Geschehen in der österreichischen Lebensmittelindustrie. Der Kampf um Marktanteile zwischen den Top 2 (Rewe und Spar) und den immer mehr an Bedeutung gewinnenden Diskontern (Hofer, Lidl usw.) hält unermüdlich an. Damit bleibt Österreich auch weiterhin das Land mit einer der größten Handelskonzentrationen in Europa. Laut AC Nielsen erwirtschaften die Top 3 im österreichischen Lebensmittelhandel (Rewe, Spar, Hofer) bereits deutlich mehr als 75 Prozent des Gesamtumsatzes.

Trotz positiver Konjunkturentwicklung haben sich Marktbereinigung und Unternehmenskonzentration in der Nahrungsmittelindustrie weiter fortgesetzt. Im vergangenen Jahr sind die Beschäftigtenzahlen in der Nahrungsmittelindustrie um 1,6 Prozent auf 27.143 Mitarbeiter gesunken. Die Zahl der Betriebe ist um 6,7 Prozent auf 224 zurückgegangen. Zum Vergleich: 1995 waren in den damals 346 Unternehmen noch 35.536 Mitarbeiter beschäftigt.

Österreicher geben nur 10 % für Nahrung aus
Die Ausgaben für Nahrungsmittel und Getränke der österreichischen Haushalte am Konsum sind in den vergangenen 25 Jahren von 16 Prozent auf unter zehn Prozent gesunken. Österreichische Konsumenten unterscheiden sich dabei kaum von anderen Westeuropäern. Der Anteil der Lebensmittelausgaben am privaten Konsum liegt je nach Land bei acht bis zwölf Prozent.
(apa/red)

13.3.2007 19:05