Platini erneuert Vorschlag: UEFA-Präsident will spezielle Sportpolizei schaffen lassen
- "Probleme im Fußball sind nicht anders zu lösen"
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Thema: Gewaltprävention
in und um Fußballstadien
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Der neue UEFA-Präsident Michel Platini hat bei einem Besuch in Brüssel seine Idee einer speziellen Eingreiftruppe im Bereich Sport bekräftigt. Er sei 40 Jahre im Fußball und seit 40 Jahren gebe es die gleichen ungelösten Probleme mit gewaltbereiten Fans, Doping und Wettbetrug. Er sehe keine andere Lösung, als ein gemeinsames "Überwachungsorgan" zu schaffen, sagte Platini. Die zunehmende Gewalt in Fußballstadien werde auch Thema eines Treffens zwischen UEFA und Polizeichefs verschiedener europäischer Länder am 24. März in Genf.
Platini verwies aber auch auf die begrenzten Möglichkeiten der UEFA. Mit den Modernisierungen in den Stadien sei es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, Gewalt zu reduzieren. Die meisten Vorfälle fänden aber außerhalb der Fußballstadien und bei den nationalen Ligaspielen statt, wo die UEFA wenig Einfluss und jedes Land seine eigenen Gesetze habe.
EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso betonte, die EU habe im Bereich Sport keine echte Kompetenz. Die Kommission könne nur als "fairer Vermittler" arbeiten, wenn es um Probleme zwischen den Mitgliedstaaten gehe und denke auch nicht daran, weitergehende Kompetenzen zu fordern. Dennoch wird EU-Sicherheitskommissar Franco Frattini "in den nächsten Wochen" den UEFA-Präsidenten treffen, um mit ihm das Thema Sicherheit zu besprechen. Ein genauer Termin ist noch nicht fixiert, die UEFA habe aber die vergangenen Monat ausgesprochene Einladung von Frattini angenommen.
Die Gewalt und Ausschreitungen von Fans in und um die Fußballstadien stehen auch auf der Tagesordnung der EU-Sportminister, die sich in Stuttgart trafen. Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble sagte, es gehe vor allem um die Vorbeugung, um mögliche Krawalle zu verhindern und nicht um polizeiliche Gewalt. Die Sportverbände müssten ihre Verantwortung wahrnehmen, die Politik werde sie dabei unterstützen.
Österreichs Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka forderte die EU-Mitgliedsstaaten auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen. "Nur durch die bestmögliche Abstimmung mit den einzelnen Mitgliedsländern können wir der Komplexität des internationalen Gewaltphänomens eine einheitliche Antwort geben", meinte Lopatka in Stuttgart. Er begrüße, dass der deutsche EU-Vorsitz das Thema "Sport und Gewalt" auf die Agenda gesetzt hätte.
Schon im Hinblick auf die EURO 2008 sollten EU-weit die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. "Im Fall einer strafrechtlichen Verurteilung wegen Sachbeschädigung oder Körperverletzung sollten Stadionverbote auch von den unabhängigen Gerichten ausgesprochen werden können", sagte Lopatka, der neben der Weiterentwicklung der Sicherheitskonzepte auch die Zusammenarbeit mit der UEFA sowie die intensivere Einbeziehung von Kommunen und Fanprojekten anregte.
(apa/red)










